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Konzert-Bericht
 
Der kleine Dienstweg

Schtimm

Köln, Blue Shell
10.07.2006

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Schtimm
Jeden Abend kann man auch nicht Nada Surf schauen. Lassen wir also mal den schnieken Nightliner und die Fan-Schlange vor dem Prime Club links liegen und steuern auf das gegenüber gelegene Blue Shell zu, wo an diesem Abend Schtimm aus Norwegen aufspielen. Das heißt: "Eigentlich ist das gelogen, denn es gibt noch zwei Schtimms, die aber nur im Geiste bei uns sind", meinte Björg, die Stimme von Schtimm (Tschuldigung). Diese war nämlich zusammen mit Kollege Erling - quasi auf dem kleinen Dienstweg - auf Promo Tour unterwegs, um im intimen Rahmen interessierten Fans alte und vor allen Dingen neue Songs vorzutragen. Dazu hatten sie bereits ihre kommende CD, "Time & Space And Other Stories" im Gepäck - und nicht sehr viel mehr. Ein Glockenspiel, eine Gitarre und ein paar Percussion-Instrumente - das war alles, was es zum Glücklich-Sein brauchte.
Nun - sonst gab's auch nichts. Wäre nicht der nette Haustechniker in seiner Freizeit eingesprungen, um noch ein Mikro unter das Glockenspiel zu klemmen und den Hallgenerator anzuschmeißen, dann hätten die Schtimms ziemlich trocken da gestanden. So aber gab es noch ein wenig Raumklang dazu. Erling schwor vor der Show, dass es das erklärte Ziel eines jeden Schtimm-Auftrittes sei, das Publikum aufs Bestmögliche zu unterhalten. "So lange nur ein einziger Zuhörer aufmerksam ist, werden wir unser Bestes geben. Das kann ich garantieren", meinte er feierlich. Dazu gehört auch, dass die Musikanten (zumindest wenn sie zu viert sind) alles Mögliche ausprobieren - vom ständigen Wechseln der Instrumente bis hin zu Seifenblasen, Kopfhörer für das Publikum oder Chöre ist da alles denkbar. Natürlich mussten Björg und Erling alleine da zurückstecken. Dafür wagten sie aber einiges. Das kommende Album ist nämlich ein widerspenstiger kleiner Bastard, auf dem alle möglichen Dinge passieren, die man so von Norwegens experimentierfreudigster Band noch nicht gehört hat. Dass also die beiden bei diesem Konzert auch solche Stücke ausprobierten, die ganz klar für eine komplette Band (und mehr) konzipiert waren, ehrt sie insofern besonders. Während melancholische Balladen wie "Don't Blame The Rain" (ein Stück, das sie geschrieben haben, weil es in traurigen Songs immer regnet - was ungerecht sei, wie Björg erklärte) sich natürlich ganz gut eignen, um spartanisch dargeboten zu werden, ist es bei Tracks wie dem "Idiot Song" oder "My Full Circle" schon ein kleines Kunststück, den Riff-getriebenen Rock-Geist, den Wechselgesang und die fehlende Rhythmusgruppe unter einen Hut zu bekommen.
Die halben Schtimms bekamen das aber ganz gut hin - wohl einfach auch deswegen, weil sie es als Herausforderung betrachten, sich gleich von vorneherein zu überlegen, wie man die Studio-Aufnahmen auf die verschiedenen Live-Situationen transponieren kann. Ein Akustik-Konzert war das somit also keineswegs (schon alleine, weil Erling durch den Verstärker spielte). Zwar sind Schtimm immer noch keine virtuosen Instrumentalisten (was Erling auch gerne einräumt), dafür überzeugen sie aber durch Konzentration und Intensität. Gerade Björgs Gesang ist dabei im Laufe der Zeit auch wandlungsfähiger geworden. Auf der neuen Scheibe hört man dieses bei den Rock-Stücken und beim Konzert überzeugt sie gelegentlich sogar durch jazzige Zwischentöne. Auch wenn dies also "nur" eine Art Showcase war: Als Appetithappen und Visitenkarte für das ausgezeichnete neue Album war dieser Auftritt jedenfalls durchaus geeignet. Und im Herbst gibt's dann ja auch eine Tour mit allen Schtimms...

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Surfempfehlung:
www.exposia.no/cgi-bin/schtimm/site
www.myspace.com/schtimm
Text: -Ullrich Maurer-
Foto: -Ullrich Maurer-


 
 

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