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Konzert-Bericht
 
Die rüstige Rockband

Bettie Serveert
Storybox

Ottersum, Cultureel Podium Roepaen
14.01.2007

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Bettie Serveert
Natürlich haben Bettie Serveert bei uns nie jenen Stellenwert erreicht, den sie als Top-Act aus dem Indie-Lager in ihrer niederländischen Heimat haben. Trotzdem feierte die Band um Carol Van Dijk und Peter Visser in diesem Jahr bereits das 15-jährige Bandjubiläum. Als die Band '92 mit "Palomino" die Szene betrat, war der Grunge-Rock gerade in seiner Blütephase und im Rahmen dessen hatten auch alternative Rockbands wie Bettie Serveert eine echte Chance. Natürlich hat sich das im Laufe der Jahre relativiert: Jetzt käme man langsam in das Alter, in dem man auch mal ruhiger spielen könnte, meinte z.B. Carol zum Publikum. ("ruhig" heißt auf niederländisch "rustig" - was dann auch den Titel dieser Story erklärt). Das ist wohl auch der Grund, warum nicht nur gerade eine neue Akustik-CD / DVD namens "Bare Stripped Naked" erschienen ist (zumindest in Holland), sondern auch, dass die aktuelle Jubiläums-Tour auch als Akustik-Ereignis angekündigt worden war.
Dazu passte, dass der Support, das Songwriter-Duo Storybox aus Utrecht, die Songs ihrer Scheibe "A Fool's Attempt" mit Banjo und Gitarre akustisch vortrugen. Die beiden Herren, die das Konzert in der malerischen Kappelle des Cultureel Podium Roepaen im niederländischen Ottersum eröffneten, boten sympathische, wortreiche Folksongs mit Tendenz zum Dylanisieren, die - auch wenn nicht jeder Ton saß - beim Publikum recht gut ankamen. Das lag nicht nur, aber hauptsächlich an der lockeren, ungezwungenen Art, in der die beiden mit dem Publikum ihre Späße trieben.
Im Gitarrenrack von Bettie Serveert standen dann aber durchaus sämtliche E-Gitarren, über die die Band verfügt. Doch die Ohrstöpsel konnten (anders als bei üblichen Bettie-Konzerten) durchaus in der Tasche bleiben. Denn so eine ruhige Bettie-Show hatten gewiss die wenigsten im Auditorium bislang erlebt. Und das funktionierte sehr gut: Die Melodien des Quartetts, die im Rock-Kontext recht häufig im Feedback und Riff-Gewitter unterzugehen drohen, standen plötzlich kristallklar im Raum - ganz so, als seien die Betties immer schon eine Folkie-Truppe gewesen. Nun gibt es ja etliche Bettie-Tracks, bei denen ein solches Treatment eh schon mal nahe gelegen hätte - wie z.B. "Ray Ray Rain" oder "Lover I Don't Have To Love". Erstaunlich war dann allerdings der Umstand, dass gerade spezifische Rocknummern, wie z.B. die legendäre erste Single "Tom Boy" oder auch "Certainlie" vom eher ruppigen "Log 22" durch dieses Treatment nur gewannen. Peter Visser musste sich bei alledem nicht einmal besonders zurückhalten: Seine Soli gefielen in diesem Zusammenhang weniger durch Virtuosität, Lautstärke oder Schnelligkeit, sondern durch Präsenz und Originalität. So überraschte er z.B. mit einigen psychedelischen Soundeffekten - und das, obwohl er unachtsam eine ganze Bierflasche in die Effektensammlung gegossen hatte. Neben einigen neuen Stücken à la "Love & Learn" gab es dann noch eine Cover-Version von Velvet Undergrounds "Stephanie Says" (die Betties spielten ja ein ganzes VU-Cover-Album im Amsterdamer Paradiso ein), einige Tracks ohne Rhythmusgruppe und - nach etlichen Zugaben - passend zum ehrfurchtgebietenden Ambiente - den Track "Heaven" vom "Dust Bunnies"-Album, als krönendem Abschloss. Wobei die Band hier sogar mit stehenden Ovationen verabschiedet wurde. Im März soll eine kurze Deutschland-Tour folgen, auf der sich dann diese neue, ruhige Facette von Bettie Serveert auch hierzulande erleben lässt.

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Surfempfehlung:
www.bettieserveert.com
www.storybox.nl
Text: -Ullrich Maurer-
Foto: -Ullrich Maurer-


 
 

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