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Konzert-Bericht
 
Ein ungewollt zu frühes Ende

Editors
Asobi Seksu

Köln, Kulturkirche
13.06.2007

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Editors
Knapp zwei Wochen vor der Veröffentlichung der von vielen sehnlichst erwarteten zweiten Scheibe der Editors schauten die Herren um Sänger Tom Smith schonmal in der Kölner Kulturkirche vorbei, um natürlich zum einen ihrem Ruf einer hervorragenden Live-Band wieder einmal gerecht zu werden, und zum zweiten, um auch direkt ein paar neue Songs zu präsentieren. Das hatte natürlich zur Folge, dass das Konzert in Nullkommanix ausverkauft war. Doch bevor es mit den Editors soweit war, durften Asobi Seksu ihre Musik darbieten.
In Anbetracht dessen, dass "Asobi" auf japanisch "spielen" heißt und das "u" in "Seksu" nicht wirklich ausgesprochen wird, eröffneten sich beim Konzert von Asobi Seksu in der Kölner Kulturkirche theoretisch ganz ungeahnte Möglichkeiten. Leider wurde das Ganze dann doch nicht so sexy, wie es hätte sein können. Das lag allerdings weniger an der Band um die amerikanisch-japanische Frontfrau Yuki, als vielmehr an den Umständen. Die Luft in der ausverkauften Kulturkirche war bereits zu Beginn der Show ordentlich verdichtet, der Sound zwar mordsmäßig laut, aber - besonders im hinteren Teil der Kiche - katastrophal schlecht und letztlich waren die Fans ja nicht wegen Asobi Seksu, sondern wegen der Editors gekommen. Dennoch gab sich das Quintett aus New York gutgelaunt und gelöst. Die Musik von Asobi Seksu erinnert im Live-Kontext noch mehr an deren Dream-Pop-Inspirationsquellen aus den 80s, als die Konserven, kommt aber eine Portion transparenter daher. So waren einzelne Gitarren-Riffs durchaus voneinander zu unterscheiden und das Spielzeug-Keyboard von Yuki kam fast ohne Flächensounds aus (dafür sorgte ein im fast verborgen wirkender zweiter Tasten-Mann im Hintergrund). Das ging dann soundmäßig sogar so weit, dass man - anders als auf den mit Effekten übersäten Scheiben - streckenweise fast verstehen konnte, was Yuki von sich gab; jedenfalls dann, wenn die auf englisch sang. Wobei auch das japanische Kindergekiekse seinen Reiz hatte, denn ganz so schlimm wie z.B. bei Pizzicato Five wurde die Sache dann doch nicht. Die ca. - inkl. zehn cm hoher High-Heels - nur ca. 1,50m große Yuki sang dabei die ganze Zeit mit geschlossenen Augen, tat aber das Bestmögliche, das an sich starre Keyboard durch wildes Herumwippen irgendwie in Bewegung zu halten. Leider war die Show insgesamt zu kurz, um sich ein abschließendes Urteil zu bilden, insgesamt zogen Asobi Seksu ihr Ding aber vergleichsweise konsequent und eine Portion extrovertierter als erwartet durch.
Der angesprochene schlechte Sound trieb viele Leute direkt zu Beginn des Supports ins Freie, wo es sich bei angenehmer Temperatur bestens auf die Editors einstimmen ließ, und als es gegen 21:45 Uhr soweit war, waren sowohl Publikum als auch Band an ihrem Platz und es ging direkt los mit den drei großen B - "Bones", "Blood" und "Bullets" hieß die Einstiegspackung und glücklicherweise hat der Mixer noch etwas am Sound gedreht und es klang in der Kirche den Editors angemessen. Oder war es einfach der Umstand, dass die Band live einfach von Natur aus gut klingt? Auch wenn sechs neue Songs auf dem Programm standen, es schien so, als habe die Band diese bereits seit Ewigkeiten im Blut, Gitarre, Bass und das Schlagzeug passten hervorragend zusammen, vorne war ein wie immer hyperaktiver Tom Smith damit beschäftigt, sich neben dem Gesang und dem Bearbeiten von Gitarre und Keyboard auch um große Gesten zu kümmern - was man ihm aber selbst in der recht kleinen Kulturkirche nicht wirklich übelnehmen konnte, denn die Songs aus der Britrock- / New Wave-Ecke beinhalten einfach jede Menge Emotionen, die entsprechend dargeboten und herausgelassen werden müssen. Und wenn das einer kann, dann mit Sicherheit Tom Smith.

Das ebenfalls neue Stück "The Weight Of The World" war bereits im letzten Jahr im Live-Set der Editors enthalten, hat durch die Aufnahme-Session zum Album und durch weiteres Live-Spielen im wahrsten Sinne Gewicht zugelegt und kommt entsprechend groß rüber. "An End Has A Start" und das immer wieder beliebte "Munich" beendeten den Hauptteil des Konzerts, das wie auch bei den Editors üblich mit einer sehr ansprechenden Lightshow ausgestattet war (die Farb-Kombination erinnerte größtenteils an einen Tequila Sunrise). Nach einer kurzen Pause legten Smith & Co. mit "You Are Fading" und "Smokers Outside The Hospital Doors" (den vom Sampler eingespielten Chor gegen Ende des Songs hätte man sich aber durchaus sparen können) noch einmal nach, bevor dann leider das unmissverständliche Zeichen vom Bühnenrand gegeben wurde, dass die Band nun aufhören müsse - Nachbarn hatten sich über den Lärm beschwert, das Ordnungsamt war angerückt und sorgte somit für ein frühzeitiges Ende. Der obligatorische und auf der Setlist notierte letzte Song "Fingers In The Factories" musste somit leider ausfallen. Doch auch dieser kleine traurige Umstand konnte den überaus positiven Eindruck des Konzerts nicht trüben, und es wurde wieder einmal bestätigt, dass die Editors mit Sicherheit eine der besten Live-Bands dieser Tage sind.

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Surfempfehlung:
www.editorsofficial.com
www.myspace.com/editorsmusic
de.wikipedia.org/wiki/Editors
www.asobiseksu.com
www.myspace.com/asobiseksu
Text: -David Bluhm / Ullrich Maurer-
Foto: -Ullrich Maurer-

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