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Boxing In The Rain

The National

New York, South Street Seaport
17.08.2007

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The National
Der South Street Seaport nahe des berühmten Pier 17 im ehemaligen New Yorker Hafen ist seit Jahren Austragungsort einer Reihe von Free-Concerts, die dort während der Sommermonate stattfinden. Leider war der Sommer in New York dieses Mal ebenso unästhetisch wie bei uns - geprägt von ungünstigen Wetterlagen, die sich tagelang nicht änderten - so dass das Konzert von The National (sowie zwei lokalen Support-Bands) eher ins Wasser fiel. Genauer gesagt: Mehrmals von sintflutartigen Wolkenbrüchen unterbrochen werden musste. Das führte dazu, dass die Support-Bands aus Brooklyn - Takka Takka mit verstiegenem Indie-Rock a la Pavenment und The Forms mit straightem Rock a la Nickelback - nur je zwei bzw. drei Stücke spielen konnten.
Dennoch zog sich der Beginn der Show bis fast 20 Uhr hin. Was dort ein Problem ist, denn um spätestens 22 Uhr muss aufgrund eines Curfews alles vorbei sein. Da zudem mehrmals die Persenning über der Bühne und den Boxen ab- und aufgebaut werden musste, verzögerte sich die ganze Sache noch einmal. Dass ein Bereich, in dem geladene VIP-Gäste loungieren sollten, nicht überdacht war, nahmen hingegen insbesondere diejenigen Fans, die ohne Schirm angereist waren, hämisch beglückt zur Kenntnis. Matt Berninger und seine beiden Brüderpaare Dessner und Devendorf haben - spätestens seit dem Durchbruch-Album "Alligator", aber auch mit dem neuen Werk "The Boxer" in den USA beinahe Superstar-Status erreicht. Und so wunderte es denn nicht weiter, dass trotz des unberechenbaren Wetters zahlreiche Fans den Weg zum Seaport fanden. Im Vergleich zu den betont transparent abgemischten Scheiben sind The National live zunächst vor allen Dingen einmal laut. In dem Fall sogar so laut, dass die PA bedenklich knarzte und knackte. Besonders dann, wenn die Band in den Overdrive schaltete, wie z.B. bei den Up-Tempo-Nummern wie "Mistaken For Strangers" vom aktuellen Album aber auch bei den Stücken von "Sad Songs For Dirty Lovers" wie "Slipping Husband". Dabei sind The National auch live nie wirklich schnell, sondern eher dynamisch.
Der auf den Scheiben dominante Retro-Touch (z.B. das polternde Joy Division-Schlagzeug) gerät dabei zugunsten eines allgemeinen Rock-Feelings in den Hintergrund - wodurch die Band dann hier auch durchaus lebendig und zeitgemäß rüberkommt. Auch gab es erstaunlich wenige Drone-Passagen zu beobachten, zu denen die Band auf Konserve zuweilen tendiert. Matt Berninger gibt dabei auf der Bühne den charmanten Gentleman und kommt so noch englischer rüber als das seine Musik bislang vermuten ließe. Als besonderes Bonbon hatten sich die Jungs ein paar Bläser eingeladen, um Stücke wie das frenetisch gefeierte "Fake Empire" entsprechend aufzupeppen. Zusätzlich verstärkte Padma Newsome von der Band The Clogs - wie auf den Scheiben auch - die Show mit Keyboard-Sounds und - besonders energisch, ja fast sendungsbewusst - mit einer wilden Fiddle. Die volle Wirkung entfaltete sich schließlich dann, als es endgültig dunkel geworden war und alle acht Musiker auf der Bühne standen. Hier fühlte sich Matt Berninger als Orchesterleiter auch offensichtlich in seinem Element und genoss sichtlich den Zuspruch der Massen. Wir dürfen also gespannt sein, wie sich The National im Spätherbst auf der von Gaesteliste.de präsentierten Tour machen werden. Wenn diese Show - die ja als Warm-Up-Gig der US-Tour galt - ein Indiz gewesen sein sollte, dann ist eher mit einer wilden Rock'n'Roll-Revue als einer gemächlichen Retro-Tristesse-Show zu rechnen.

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Surfempfehlung:
www.myspace.com/thenational
www.americanmary.com
Text: -Ullrich Maurer-
Foto: -Ullrich Maurer-


 
 

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