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Konzert-Bericht
 
Omelette-Soundtracks

Gus Black
Merz/ Eric Penny

Köln, Blue Shell
03.05.2008

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Gus Black
Köln ist so etwas wie die zweite Heimat für Gus Black: Hier gab er seine ersten Konzerte auf deutschem Boden, hier präsentierte er seine CD "Autumn Days", hier spielte er (an fast gleicher Stelle) beim Fucking Independent Festival und hier spielte er - im Vorprogramm der Eels - erstmalig Material seines neuen Albums "Today Is Not The Day To F@uck With Gus Black". Kein Wunder also, dass es ihm tierischen Spaß machte, hier den Abschluss seiner aktuellen Tour zu feiern.
Den Abend eröffnete Gus' Kumpel Erik Penny, der Gus und seine Damen auf der aktuellen Tour auch als Musiker begleitete. Erik ist ein guter Freund von Gus - und klingt auch so. Er hat ein ähnliches Timbre wie Gus und seine Songs funktionieren mit ähnlichen Harmonie-Folgen wie jene des Meisters. Lediglich bei einigen Stücken - etwa jenem, das er als Hommage an seinen verstorbenen Großvater verfasste - klangen Country Roots ein wenig durch.

Konrad Merz aus England hat musikalisch eigentlich mit Gus Black nicht viel zu tun. Sein - teilweise tatsächlich von dadaistischen Samples - durchzogener Indie-Pop, zu dem er sich von Bassist Greg Cortez begleiten ließ - ist stilistisch nicht ganz eindeutig ausgerichtet. Das nutzt Merz aber als Pluspunkt und überzeugt dabei als vielseitiger Songwriter, der mit Pop, Rock(abilly), Indie-Rock, Folk und klassischem Songwriting gleichermaßen gut zu recht kommt. Hinzu kommt, dass er einen äußert sympathischen Eindruck hinterließ und als kompetenter Musiker überzeugte.

Gus Black bezeichnet sein neues Album verklausuliert als Ego-Trip, das er vorwiegend für sich selber gemacht habe. Wenn man sich den Andrang im bis zum Platzen gefüllten Blue Shell anschaute, dann konnte man nicht umhin zu attestieren, dass er damit auch den Nerv seiner Fans getroffen hat. Die Sorge, das Album könne etwa zu anspruchsvoll für den Fan sein, erwies sich als offensichtlich unbegründet. Gus hat schon oft solo akustisch gespielt. Allerdings noch nie so wie auf dieser Tour. Es ist offensichtlich so, dass Gus mit diesem neuen - im Grunde genommen unspektakulären Stil - seine Berufung gefunden hatte. Unterstützt von Erik und natürlich seinen Damen Constance Baker und HT Heartache - deren angelische Harmonien ja einen großen Teil des Charmes des neuen Albums ausmachen - bot er eine Show, die tatsächlich atemberaubend schön und intensiv war (während andere Solo-Auftritte zuvor auch schon mal den Charakter einer Pflichtübung hatten). Im Zentrum standen natürlich die Tracks des neuen Albums. Es gab aber durchaus auch Songs von den alten Alben - (etwa "Cadillac Tears") obwohl Gus beim Interview noch gesagt hatte, dass ihn diese nicht mehr interessieren - nur dass diese dann eben im akustischen Ambiente geboten wurden. Da war es geradezu symptomatisch, dass Gus beim ersten Mal, wo er zur elektrischen Gitarre griff, bei dem Stück "Certain Kind Of Light" eine Saite riss, so dass er mitten im Song, mit einer A-Cappella-Einlage, zur akustischen wechselte. Angereichert wurde die Show mit einigen - pointierten - Samples, die Erik Penny vom Laptop abrief -, ansonsten ging es aber nur um die Songs und die Stimmen. Die Damen hielten sich dabei zunächst eher zurück - das stellte sich aber als Konzept heraus, denn so gerieten die konzentrierten Einsätze - z.B. bei "Out On The Amsterdam" besonders effektiv. HT Heartache trug dann einen Song solo vor und Constance Baker (der Gus im Zugabenteil übrigens einen neuen Song namens "Dirty Secret" widmete) sang ein Duett mit Gus. Gus redete des Weiteren gewohnt charmant mit dem Publikum und gab Ratschläge wie jenen, dass jeder wissen solle, wie man ein gutes Omelett macht. Wie der Zufall es wollte, berichtete jemand aus dem Publikum, dass er gerade zu dem Song "Silent Films" ein Omelette gemacht habe - und da war das Thema des Abends dann auch schon gefunden.

Gus selbst war - wie gesagt - bester Laune und fühlte sich (trotz der infernalischen Hitze in dem für solche Aktionen fast zu kleinen Club) offensichtlich sauwohl. Zum Schluss bat er dann Merz noch ein Mal mit auf die Bühne und zusammen spielte man eine - sagen wir mal abenteuerliche - Version von "Femme Fatale". Damit war die Show aber noch nicht zu Ende: Die Musiker versammelten sich mitten im Auditorium und gaben dort unverstärkt eine Einlage als Straßenmusiker. Das Publikum hatte immer noch nicht genug, so dass Gus noch ein Mal auf die Bühne kam und noch ein paar Solo-Songs spielte, darunter als allerletzten "Uncivilized Love", jenen Track, der ihn hier bekannt gemacht hatte. Fazit: Es zahlt sich also doch immer wieder aus, wenn man als Künstler unbeirrt seinen Weg geht und konsequent sein Ding macht - vorausgesetzt, man tut es ohne Kompromisse und von ganzem Herzen. Das machen dann auch die Fans mit...

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Surfempfehlung:
www.gusmusic.com
www.merz.co.uk
www.myspace.com/erikpenny
Text: -Ullrich Maurer-
Foto: -Ullrich Maurer-


 
 

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