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Konzert-Bericht
 
Schotten dicht!

Jenny Owen Youngs

Köln, Blue Shell
06.08.2008

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Jenny Owen Youngs
Das letzte Mal, als Jenny Owen Youngs - als Support von Kevin Devine - an gleicher Stelle gestanden hatte, wäre das Blue Shell fast aus allen Nähten geplatzt, denn Intro hatte zum Intim geladen, wodurch neben den normalen Musikfans auch die ganze In-Crowd versammelt war. Dieses Mal war man quasi unter sich (bis kurz vor Beginn des Konzertes waren praktisch keine Gäste im Blue Shell), aber dennoch war es ganz gut warm im Raum. Das lag aber vornehmlich am schwülen Wetter und den mangelnden Entlüftungsmöglichkeiten während des Konzertes. Das war auch das Thema, mit dem sich Jenny zwischen den Songs mehr oder minder intensiv beschäftigte.
Das war - zugegebenermaßen - weder amüsant noch souverän, sondern wirkte ziemlich unsicher; aber immerhin bemühte sie sich, mit dem Publikum ins Gespräch zu kommen. Jenny Owen Youngs hat da zweifelsohne andere Qualitäten und kann sich durch ihre Musik deutlich besser ausdrücken als mit coolen Sprüchen. Das wurde z.B. dann deutlich, wenn sie zwischen den Songs statt sich als Entertainerin zu bemühen, ganze Songs improvisierte - wie z.B. den über das Linoleum des Bodens direkt vor der Bühne, das deshalb so einsam war, weil sich keine Zuschauer drauf stellten... Da blitzte dann auch so einiges vom scharfzüngigen Witz auf, der Jennys Songs auszeichnet. Andererseits ließ sich anhand solcher Episoden erahnen, wie hart die Songwriterin Jenny Owen Youngs für solche Stücke wohl arbeiten muss. Das Ergebnis wirkt dann (meistens) recht ungezwungen. "Meistens" nur deswegen einschränkend, weil sie gegen Ende des Sets neben der Songs ihrer aktuellen CD "Batten The Hatches!" (Schotten dicht!) auch neues Material spielte und sich hier dann wieder unsicher fühlte.
Jennys Songs scheinen wie für den Solo-Vortrag gemacht. Das geht sogar so weit, dass die Arrangements auf der CD im direkten Vergleich mit der geradlinigen Präsentation vor Ort dann sogar teilweise irritierend erscheinen. Das gilt allerdings nicht für die poppigen Up-Tempo-Nummern vom Stile etwa des "Drinking Songs" oder "Fuck Was I", die - im Gegensatz zu den meisten JOY Songs - weniger vom Wortwitz und den intelligenten Harmoniefolgen, sondern vom Melodien und Rhythmus leben. Jenny zog sich diesbezüglich aber recht gut aus der Affäre, in dem sie entweder die Tracks entschleunigte (das als langsamer Walzer dargebotene "Fuck Was I" war dafür ein schönes Beispiel) oder aber - im Gegenteil - die Sau rausließ. Das ist für die Solo-Performerin JOY weiter kein Problem, denn zum einen spielt sie eine hart angeschlagene, kompetente Gitarre, und zum anderen hat sie eine wandlungsfähige, kräftige Stimme, die mit allen Tonlagen - auch der "Rockröhre" - bestens zu Rande kommt. Das meint: Jenny kann tatsächlich auch richtig singen. Und: Auch wenn JOY im Grunde genommen die eher geradlinigen, sagen wir mal atmosphärischen Songs mit flachen Melodiebögen bevorzugt (warum auch immer): Sie kann dann ja doch auch anders und letztlich ist ihr Live-Set dann auch recht abwechslungsreich. Insofern gerät ein JOY-Konzert dann auch zu einer kurzweiligen Angelegenheit. Wenn sie dann zukünftig ihre spröde Art zwischen den Songs noch ein wenig ablegen möchte, ist Jenny als Live-Act durchaus zu empfehlen.

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Surfempfehlung:
www.jennyowenyoungs.com
www.myspace.com/jennyowenyoungs
Text: -Ullrich Maurer-
Foto: -Ullrich Maurer-

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