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Tuet Buße!

Steve Wynn
Chris Eckman

Köln, MTC
12.10.2008

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Steve Wynn
Im Prinzip hat Steve Wynn mit dem "Baseball Project" nach seiner letzten CD "Crossing Dragon Bridge" ja sogar noch ein Album veröffentlicht, doch die mit dem Konzert in Köln zu Ende gehende Tour stand noch ganz im Zeichen des Drachen. Deswegen war Steve auch "in großer Besetzung" und nicht mit seiner Stammband, den Miracle 3, auf Tour. Mit dabei waren neben Chris Eckman (der ja bekanntlich das "Dragon Bridge"-Album produzierte) auch Chris Cacavas an Keyboards und Akkordeon, Eric Van Loo am Bass, Linda Pitmon an den Drums und als Neuzugang Teufelsgeiger Rodrigo D'Erasmo aus Italien, der Steve von Robert Fisher empfohlen worden war. Gerade letzterer war es dann, der der ganzen Show seinen Stempel aufdrückte, so dass man einen gewissermaßen "mediterranen" Steve Wynn erleben konnte.
Support spielte Chris Eckman, der einige Songs seines kommenden Solo-Albums "The Last Side Of The Mountain" solo vortrug. Diese neuen Songs basieren auf den Gedichten des slovenischen Poeten Dane Zajc, den Chris schätzen lernte, als ihm ein Freund ein Buch mit dessen Gedichten schenkte. Das ist kein Wunder, denn die Bilder und Stimmungen, die Zajc in seinen Gedichten verwendet, klingen dem sehr ähnlich, was Chris selbst für gewöhnlich so zusammentextet. "Endlich mal ein Album, von dem ich behaupten kann, dass die Texte klasse sind, ohne allzu egozentrisch rüberzukommen", witzelte er zu diesem Thema. Wie man es auch nimmt: Das Ergebnis sind dann im Prinzip typische Chris Eckman-Songs - von denen einige in dieser oder ähnlicher Form vor einiger Zeit vermutlich sogar auf Walkabouts-Scheiben gelandet wären. Insofern fühlte man sich auch bei dem neuen, unbekannten Material als Zuhörer irgendwo sofort zu Hause. Dafür gibt es auch noch einen weiteren Grund, denn das neue Album ist zugleich auch eine Hommage an den verstorbenen Eckman-Freund Townes Van Zandt.
Ein wenig anders war die Sache bei Steve Wynn. Denn dieser betrat zunächst mit Geiger Rodrigo die Bühne, um die Show akustisch mit einer kleinen slovenischen Rhapsodie zu beginnen. Das gab dann gleich den Tenor des Abends vor, denn im Folgenden spielten sich die üblichen instrumentalen "Duelle" weniger zwischen Steve Wynn und Chris Eckman, sondern zwischen Steve und Rodrigo oder - weniger dramatisch, dafür aber umso effektiver - zwischen Rodrigo und Chris Cacavas ab. Der Grund dafür war ein ganz einfacher, wie Steve erklärte: "Rodrigo spielt Geige wie ein Rockmusiker". Da war etwas dran, denn obwohl der Mann durchaus auch die eine oder andere Tarantella beherrschte, waren es vor allen Dingen seine "Geigen-Riffs", die Akzente setzten. So sehr sogar, dass auch alte Favoriten, wie z.B. "That's What You Always Say" (das Stück, das Steve seit Jahren grundsätzlich bei jeder elektrischen Show spielt) in einem ganz neuen Licht erschien: Verziert mit einem psychedelischen Keyboard-Intro von Chris Cacavas im Stile der Zombies und beschleunigt von Rodrigos Teufelsgeige gab es - so Steve selber - die "barocke Version" des Dream Syndicate-Klassikers zu bestaunen. Eines hatte sich freilich gar nicht geändert: Steves Vorliebe für Riff-orientierte Power-Nummern nämlich. Und so erschienen auch die neuen Tracks, wie z.B. "Love Me Anyway" im klassischen Wynn-Style daher - was sich sogar auf eher ruhigere Nummern wie "Manhattan Faultline" auswirkte. Eine "Atempause" gab es nur, als Steve mit Rordrigo "Punching Holes In The Sky" im akustischen Gewand bot.

Thematisch hatte Steve es an diesem Abend mit der Buße. "I Don't Deserve This", "God Doesn't Like Me" und "I Love The Way You Punish Me" gab's gleich als Paket und auch bei einigen anderen Nummern ließ Steve ein wenig den Gospel-Prediger raushängen, an dem er mit seinem Hazel Motes Projekt scheinbar Gefallen gefunden hatte - so zum Beispiel auch mit der Prediger-Pause bei den "Days Of Wine And Roses" ("Boston" - das andere Stück mit Gospel-Charakter, gab es - gospelfrei - akustisch als Zugabe). Zum Ende der Show nutzte das Dragon Bridge-Orchestra die folkloristische Note mit Akkordeon und Geige und zog als gutgelaunter Spielmannszug ins Auditorium, um einige Nummern aus dem Publikum heraus zu geben. Insgesamt erlebte man bei diesem Konzert eine gut gelaunte Kapelle, die trotz der vorangegangenen Tour richtig Lust auf eine Abschlussparty hatte und - dank der o.a. Zutaten - auch musikalisch einiges außerhalb des "Normalen" zu bieten hatte. Ob Steve Wynn freilich am Ende seine Erlösung gefunden hatte, konnte nicht mit Sicherheit ermittelt werden.

Video: Chris Eckman, Köln, 12.10.2008:

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Video: Steve Wynn & Band, Köln, 12.10.2008:

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Surfempfehlung:
www.stevewynn.net
www.myspace.com/stevewynnthemiracle3
www.myspace.com/chriseckmanmusic
Text: -Ullrich Maurer-
Foto: -Ullrich Maurer-


 
 

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