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Konzert-Bericht
 
Wasser auf die Mühlen

Steve Wynn
The Silos

Brüssel, Botanique
22.05.2001

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Steve Wynn
"Das ist ja eine tolle Halle", meinte Walter Salas Humara beim Anblick des großen Konzertsaales der Botanique in Brüssel. Und recht hatte er: Da der Vorverkauf der Show gut gelaufen war, hatte man das Konzert kurzerhand von der kleineren Rotunde in das voll klimatisierte, große Auditorium verlegt. Die Botanique - mit ihren verschlungenen Gewächshäusern und dem anheimelden Cafe in der Mitte - ist eh schon eine schöne Location. In der großen Halle ist aber nicht nur die Bühne größer, sondern dort gibt auch eine großartige Lichtanlage. Davon waren auch Steve Wynn und die Miracle 3 angetan - obwohl ihnen auf der Herfahrt ein kleiner Unfall passiert war, weswegen der Fahrer und Merchandise-Spezialist John Parker schwer geknickt war.
In Belgien ist Gitarrenmusik offensichtlich populärer als hier. Insofern überraschte es denn auch nicht, daß die Silos im Vorprogramm vor dem ausverkauften Haus wesentlich losgelöster aufspielten, als etwa kurz zuvor in Köln. Zwar machten die Silos auch hier keine heitere Swing-Musik, aber insbesondere die Tracks der neuen Scheibe ROCKTEN. Das deshalb, weil Walter's halbakustische Gitarre hier bis zur Rückkoppelung aufgedreht werden konnte und besonders die Rhythmusgruppe mit wesentlich mehr Druck (und weniger spröde) zur Sache ging als in den kleineren Clubs. Das Publikum wußte es zu goutieren und feierte die Silos mit mehr als artigem Geklatsche. Neil Young's "Cinnamon Girl" geriet hier tatsächlich zu dem Rocker, der es einfach sein muß.
Als Steve dann die Bühne betrat, war die Stimmung schon recht gut. Obwohl er Anfangs ein wenig überwältigt schien, hatte er das Publikum dann doch gleich im Griff. Die neuen Stücke wie "Sustain" oder "Shades Of Blue" kamen gut an, was ihn dazu ermutigte, die eh schon angedachten Improvisationen wie bei "Smash Yourself To Bits" noch mehr auszudehnen. Besonders Jason Victor an der Gitarre machte bei dieser Show eine gute Figur. Mit verspiegelter Nickelbrille und seinen coolen Moves sah der Mann noch am ehesten nach einem ernstzunehmenden Rockstar aus. Angestachelt von den Reaktionen des begeisterten Publikums wagten die Musikanten auch eher extreme Aktionen wie das angedachte (aber zum Glück nicht ausgeführte) Besteigen des Schlagzeuges (Linda Pitmon war sichtlich erleichtert), wilde Feedbackorgien, bei denen auch mal die eine oder andere Saite riß oder aber rätselhaft/spontane Gesten: Steve schnappte sich bei einer der Zugaben seine und Jason's Gitarre. Das war zwar lustig, aber nicht durchdacht. "Ich habe ja schließlich zwei Hände, oder?", entschuldigte Steve das nachher, gab dann aber zu: "aber dann rutschte mir die eine Gitarre runter und ich dachte mir: Was machst Du denn jetzt?" Wichtig ist jedoch, daß es überhaupt diese unkontrollierte Momente gab - niemand kann Steve vorwerfen, seine Shows seien vorhersehbar. Die besagten - vom Publikum lautstark eingeforderten - Zugaben wurden dann natürlich von Dream Syndicate Klassikern wie "Burn" oder "That's What You Always Say" gekrönt. Ganz zum Schluß gab's dann noch mal Steve solo mit "When You Smile". Der Abend zählte zu den erfolgreichsten der ganzen Tour und ließ selbst den zunächst reservierten belgischen Booker aus dem Häuschen platzen: "Mensch Steve, wir müssen unbedingt ein paar Festivalauftritte für dich im Sommer finden", gratulierte er aufrichtig beeindruckt. Das ist natürlich Wasser auf die Mühlen eines Steve Wynn...

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Text: -Ullrich Maurer-
Foto: -Ullrich Maurer-


 
 

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