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Konzert-Bericht
 
Dunkelmunkel

Miranda Lee Richards
Johannes Stankowski

Köln, King Georg
02.05.2009

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Miranda Lee Richards
Zwar ist das King Georg am Kölner Ebertplatz immer noch kein richtiger Musikclub, (es ist allerdings auch keine richtige Kneipe oder Disco oder Bar, sondern eine Mischung aus allem), aber immerhin gab es nun ein kleines Podest, so dass die Musiker immerhin wussten, wo sie sich platzieren konnten. Dennoch ist es - speziell für Solo-Artisten - sicherlich ein wenig gewöhnungsbedürftig, von allen Seiten umrundet zu sein, ohne allerdings wirklich jemanden anspielen zu können und dabei konstant in dunkelrotes Schummerlicht getaucht zu sein.
Wie dem auch sei: Nachdem der per Website ausgelobte pünktliche Konzertbeginn sich ohne Not eine gute halbe Stunde verschoben hatte, betrat zunächst ein geheimnisvoller, bärtiger Mann mit Hut die "Bühne" und trug im Folgenden mit rauer Samtstimme einige bemerkenswert treffsichere Akustik-Folk-Songs vor, die sich mit genau beobachteten Szenarien des Musikerlebens beschäftigten - und nahe legten, dass der Herr einiges an diesbezüglicher Erfahrung vorzuweisen hat. Miranda Lee Richards, jedenfalls, die während des Auftrittes des einsamen Künstlers ihre Setlist schrieb, war voll des Lobes: Schließlich sei es schwierig, gute Songs zu schreiben und der Herr habe so einige davon und seine Texte seien sehr schön. Solches Lob hört der einheimische Songwriter von US-Kollegen besonders gerne, denn so etwas zeigt, dass man seine Arbeit gut macht. Auf Drängen und eher widerwillig gab sich der Mann dann als Johannes Stankowski zu erkennen - seines Zeichens die organische Hälfte des gewesenen Duos Werle & Stankowski und gerade auf der Suche nach neuen musikalischen Ausdrucksformen. Wie gesagt: Der klassische Akustik-Folk steht ihm dabei gar nicht schlecht.
Ähnliches bot im Prinzip auch Miranda Lee Richards aus Los Angeles, die auf ihrer gerade erschienenen CD "Light Of X" mit wunderschönem, melancholischen Folk-Pop überraschte. "Ich werde oft gefragt, ob meine Musik nun traurig sei", erklärte sie in Anspielung auf die Tatsache, dass dies manchmal - und nicht zuletzt der angenehmen Melodien wegen - nicht so ganz eindeutig ist, "aber ich denke doch, dass es ganz schön ist, wenn man als Musikerin auf die traurigeren Momente des Lebens reflektiert." Dazu gehört im Prinzip ja auch der Blues. Und so überzeugte sie dann - zwar immer noch überraschend, denn diese Facette findet sich auf ihrer Scheibe nicht - aber zumindest nicht mehr unerklärlich auch als Blueserin. Sowohl mit eigenem Material wie auch einer Hommage an Dylan. Dazu gab es dann den erwähnten Folkpop - natürlich in anderen Arrangements als auf der Scheibe, denn ein Piano, ihr zweites Haupt-Instrument, habe sie ja nicht mitbringen können. Dass Miranda ihre ersten Gitarrenstunden weiland bei Kirk Hammett von Metallica nahm, konnte man ansatzweise noch an der Art erahnen, in der sie mit Effektpedalen hantierte und so eine Art dezenten, psychedelischen Mädchenrock produzierte, der eine nette Ergänzung zum reinen Lagerfeuer-Feeling darstellte. Miranda spielte die Tracks ihres Albums sowie einiges ältere Material, darunter den ersten Song, den sie schrieb "I Want To Go Walking", dessentwegen sie eine Karriere als professionelle Songwriterin in Erwägung zog.

Einen spannenden Moment gab es, als sie - ausgerechnet nach einem Schluck Bier - den Song "Last Days Of Summer" zunächst zur Hälfte in einer falschen Tonart spielte. "Schade", meinte sie, als ihr das auffiel, "und ich dachte schon, wie cool es doch sei, dass meine Stimme auf einmal so tief klänge." Nach knapp einer Stunde war das Konzert dann auch schon wieder vorbei. Was bleibt, ist die Erinnerung an eine wirklich schöne Gesangsstimme und eine sympathische Songwriterin, die man gerne auch mal in einem anderen Kontext erleben möchte.

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Surfempfehlung:
www.mirandaleerichards.com
www.myspace.com/mirandaleerichards
www.werle-stankowski.de
Text: -Ullrich Maurer-
Foto: -Ullrich Maurer-


 
 

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