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Haldern Pop Festival 2009

Rees-Haldern, Alter Reitplatz Schweckhorst
13.08.2009

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Haldern Pop Festival 2009
Glück muss man haben! Nachdem das Haldern Pop Festival 2009 dieses Jahr zwei Wochen später statt fand als bislang gewohnt (eigentlich ungünstig, da somit in Konkurrenz mit dem c/o Pop Festival in Köln), hatte der Wettergott ein Einsehen und hob das unsinnige Power-Herbst-Getöse der vorangegangenen Tage pünktlich zum Beginn am 13.08.09 auf. Ein Festival beginnt man ja am Besten zum Einstimmen mit einem Kracher - und das war auch dieses Jahr wieder so: Die Baddies aus England machten ihrem Namen alle Ehre und rockten das Haus. Bzw. das Spiegelzelt.
Und das ist hierbei wörtlich zu nehmen, denn die Fans flippten regelrecht aus und verausgabten sich gleich beim ersten Act mit Pogo-Tanzen und rumkrakeelen. Dabei machen die Baddies gar nichts Besonderes - nur dieses eben gut und laut. Der zweite Act, das schottische Kleinorchester Broken Records, war dann gleich wieder einer dieser unnachahmlichen Haldern-Momente. Die Band aus Edinburgh war zum ersten Mal in Deutschland (bis auf den Cellisten, der aus Berlin stammt) und stürzte sich mit großer Inbrunst und Begeisterung in ihr Set. Das ist handgemachter, orchestraler Indie-Pop im besten Sinne - mit zwei Streichern, Trompete, mehrstimmigem Gesang, Keyboards, und allem was dazu gehört. Dazu ein charistmatischer Frontmann - George Mackay Brown -, der seine Songs mit geschlossenen Augen regelrecht auslebt. Klasse - für so etwas liebt man das Haldern Pop.

Der nächste Act, Wildbirds & Peacedrums, polarisierte dann natürlich. "Natürlich" deswegen, weil viele einfach nicht bereit sind, zu akzeptieren, wenn da mal keine Gitarrenhelden auf der Bühne stehen. Mariam Wallentin und Andreas Werlin aus Schweden kommen eben mit Drums und Stimme aus. Und natürlich ein wenig kreativem Wahnsinn. Der ist aber im Live-Ambiente gar nicht so schlimm, denn obwohl es eigentlich keine richtigen Stücke zu hören gab, sondern so eine Art Hörspiel mit Beschwörungscharakter, gestaltete das Duo die Show ungemeint fesslend, lebendig, spontan und begeisterungsfähig. Das war halt mal - im besten Sinne - etwas anderes.

Palm Springs aus Bristol waren dann wieder konventioneller - überzeugten aber dennoch. Nicht, wie Wildbirds & Peacedrums, dass sie etwas Innovatives machten, sondern indem sie Gewicht in ihr Tun legten. Mit großer Ernsthaftigkeit bestritt die Band um Davey Cane und Jon Russo (hier unterstützt von Sängerin Kah) ihr Programm, das aus leicht sentimentalen Folkpop-Nummern besteht - die übrigens weniger nach Americana klingen, wie das das Hemd von Davey Cane vermuten ließ, sondern eine leichtfüßige europäische Note besitzen. Auch hier gab es ein Cello zu hören - was zum eher getragenen Charakter der Songs ganz gut passte.

Soap & Skin hatte leider angesagt, so dass das ganze Geschehen ein wenig entzerrt wurde, indem die Musiker ein wenig mehr Bühnenzeit bekamen und die beiden letzten Acts, Wintersleep aus Kanada und The Irrepressibles aus London - vorverlegt wurden. Wobei Wintersleep noch mal so richtig vom Leder zogen und auf eine ganz eigentümliche, um nicht zu sagen kanadische Art rockten - weniger Riff-orientiert, sondern in Wellenform, als Band und unterbrochen von eigenartigen Art-Rock-Anwandlungen. Recht ungewöhnlich, aber sicherlich nicht schlecht. Der Abend ging dann mit den Irrepressibles als weitere orchestrale Neuentdeckung fast schon zu schnell zu Ende.

Ein wenig Kritik und Lob sei noch angebracht: Im Vorfeld wurde darum gebeten, im Spiegelzelt nicht zu rauchen. So weit so gut - warum man dann aber das Publikum mit Unmengen von Kunstnebel einräuchern musste, blieb doch eher rätselhaft. Dafür gab es dieses Mal vor dem Zelt (das natürlich immer wieder zu klein ist) eine Großbildleinwand, die den Namen auch tatsächlich verdiente und auch ein passendes Sound-System, so dass die Fans, die es nicht ins Zelt geschafft hatten, das Geschehen dennoch verfolgen konnten - sogar bei Biergarten-Atmosphäre.

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Surfempfehlung:
www.haldern-pop.de
Text: -Ullrich Maurer-
Foto: -Ullrich Maurer-


 
 

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