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Konzert-Bericht
 
Regen-Rock

Kristofer Aström
Lowood

Köln, Gebäude 9
11.12.2009

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Kristofer Aström
Dass der Einlass im Gebäude 9 tatsächlich bereits um 19 Uhr sein würde, hatten wohl nicht viele der Fans geglaubt, die zum Konzert von Kristofer Aström pilgerten. Und so brauchte es denn auch eine ganze Weile, bis sich das Auditorium ernsthaft füllte. Als Therese Johansson - alias Lowood - kurz nach 20 Uhr mit ihrem Solo-Set begann, war die Lage jedenfalls noch übersichtlich. Therese ist eine junge Schwedin, die schon in diversen Projekten als Sängerin tätig war (etwa bei Moneybrother), bevor sie Kristofer über MySpace kennenlernte und die nun die Gelegenheit nutzte, sich und ihre Songs dem deutschen Publikum zu präsentieren.
Auf ihrem Debütalbum arbeitet Therese zusammen mit ihrer musikalischen Partnerin Kicki Halmos zusammen, die mit ihren Synthesizer-Sounds einen bestimmten 80s-Sound evoziert, der beim Solo-Vortrag dann allerdings weniger eine Rolle spielte. Nur mit einer Telecaster bewaffnet, die Therese allerdings wie eine akustische Gitarre spielte, stand dann auch eher ihr Gesang im Vordergrund. Für eine so kleine Person, wie sie Therese nun mal darstellt, hat sie eine bemerkenswert kräftige Stimme. Dazu singt sie betont hingebungsvoll und - durchaus ähnlich wie Kristofer Aström - mit einem gewissen sehnenden Schmachten in der Stimme. Kristofer ließ es sich dann auch nicht nehmen, sie auf dem gemeinsam geschriebenen Stück "It's A Mess" gesanglich zu begleiten. Abgerundet wurde das kurze Set mit einer Coverversion eines Songs von Asha Ali - einer schwedischen Kollegin, mit der Therese auch schon zusammen arbeitete. Auch wenn das reduzierte Setting nur einen unvollkommenen Eindruck von dem vermitteln konnte, was Lowood auf CD zu produzieren imstande ist, machte dieses Set durchaus schon mal neugierig auf das Projekt. Die passende CD erscheint offiziell Ende Januar.

Kristofer Aström hat sich mittlerweile als verlässliche Größe für musikalische Überraschungen jedweder Art etabliert. Vom desolaten Solo-Blues über fröhlichen Gitarrenpop bis zur stramm marschierenden Hard-Rock-Szenarien hat er im Laufe der letzten Jahre quasi alles geboten, was das Herz begehrt. Sein letztes Werk, "Sinkadus" - eine exzellente Fingerübung in Sachen Indie-Rock - ist noch nicht ganz kalt, da kommt er mit der neuen EP "When Her Eyes Turn Blue", die neben neuen Songs auch Versionen von "Sinkadus"-Tracks enthält, bereits wieder auf Tour. Im Frühjahr präsentierte er sich live noch als volldröhnendes Rock-Monster mit mächtigen Feedback-Orgien und einer gewissen Unerbittlichkeit in der Durchführung. Jetzt war wieder Variation angesagt. Kristofer eröffnete mit "She Came With A Friend Of Mine" gewohnt verhalten und steigerte sich dann von Song zu Song in puncto Speed und Druck - bis dann zum Ende ausgerechnet die Single-Nummer "Twentyseven" gar nicht mehr aufhören wollte und er bei "Not Cool Again" sogar das Publikum zum Mitsingen animierte (was bei dem eher zurückhaltenden Performer Aström durchaus nicht selbstverständlich ist). Die perfekt aufeinander eingespielte Band steigerte sich zusammen mit dem Meister zuweilen in eine Art Spielrausch, so dass er nach einem gelungenem Durchlauf von "All Lovers Hell" schmunzelnd meinte, dass das ja wohl die bislang am besten gelungene Live-Version des Songs gewesen sei. Bei einigen Nummern ließ Kristofer sich von Therese Johansson als Harmoniesängerin begleiten - eine schöne Tradition, der er schon seit jeher frönte und mit der er auf diese Weise zuletzt Britta Persson zu einer eigenen Karriere verhalf.

Anlässlich dieser Passagen kam dann auch gleich Leben in die Performance. Die meiste Zeit begnügte sich Aström damit, konzentriert - um nicht zu sagen introvertiert - sein Material abzuarbeiten, was dann aber gerade die wenigen Ausbrüche des Meisters besonders effektiv erscheinen ließ. Das Ganze wurde von der dramatischen Beleuchtung noch unterstützt, bei der nicht die Musiker, sondern das beeindruckende Backdrop mit dem phantasievollen Rainaway-Town-Motiv im Zentrum der Betrachtung stand. Schließlich zog sich Aström aber doch das Jackett aus, um sich auch als Gitarrist einzubringen. Das Interessante hierbei ist nach wie vor, dass Aström keinen eigenen Stil ausgebildet hat, sondern - je nach Notwendigkeit und mit einer gewissen Vorliebe für dröhnende Feedbacks - agiert, was ihn als Gitarrero äußerst unterhaltsam macht. Nach einem mittelprächtig langen Set ging der Abend im inzwischen sehr gut gefüllten Gebäude 9 dann mit einem ausgedehnten Zugabenblock in die zweite Runde (gleich im Anschluss war Disko angesagt). Fazit: Auch wenn Kristofer Aström nicht der Welt größter Entertainer sein mag: Als Live-Performer weiß er immer wieder mit ungewöhnlichen Ansätzen, einer konstruktiven Prise Unvorhersehbarkeit und mit einem zunehmend wachsenden Fundus ausgezeichneter Songs zu überzeugen - so auch dieses Mal.

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Surfempfehlung:
www.myspace.com/kastrom
www.myspace.com/lowoodsweden
Text: -Ullrich Maurer-
Foto: -Ullrich Maurer-


 
 

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