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Konzert-Bericht
 
Das wahre Nashville

Kort

Köln, Gebäude 9
16.11.2010

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Kort
Eine der eigenartigeren Veranstaltungen der jüngeren Musikgeschichte bekamen die verdutzten Fans am 16.11.10 im Kölner Gebäude 9 serviert: Kurt Wagner, seines Zeichens bekanntlich Mastermind von Lambchop und Cortney Tidwell, selbst Songwriterin in eigenen Ehren, haben sich zu dem Projekt Kort zusammengefunden, um gemeinsam möglichst obskure Songs des noch obskureren Nashville-Labels "Chart" zu covern. Warum dies geschah, deutete Kurt selbst an, als er dem Publikum erklärte, dass er, Cortney und Gitarrist William Tyler (auch von Lambchop) schließlich aus Nashville stammten und dabei durchaus den Anspruch erhob, das "wahre Nashville" zu repräsentieren. Dies ist eigentlich wohl als Seitenhieb auf die traditionelle Nashville Community zu sehen, die Kurt und Cortney mit diesem Projekt durchaus auch persiflieren.
Denn das ausgewählte Songmaterial des besagten Labels, das geneigte Fans ggf. durch eine Special Edition der "Kort"-Scheibe kennen mögen, der die Orignalversionen als Bonus beiliegen, ist zwar typisch für den Nashville-Sound der 70s - aber ausnehmend grottenschlecht. Nicht nur, dass die Nummern vor miserablen Texten geradezu strotzen, angesichts derer sich die Fußnägel eines jeden Texters, der etwas auf sich hält, im Kreise drehen müssten - auch musikalisch wird da kein Klischee ausgelassen. Da stellt sich wieder die bekannte Frage, warum man eigentlich Cover-Versionen einspielen sollte und über kurz oder lang erscheint dann die Antwort Howe Gelbs logisch, der ein Mal sagte: "Man kann ja auch schlechte Songs auswählen und versuchen, diese besser zu machen." Das, in etwa, haben Kurt und Cortney getan. Doch so einfach ist die Sache auch wieder nicht: Kommt das alles auf Konserve nämlich noch relativ ernsthaft daher - und zwar so ernsthaft, dass die Songs keinesfalls als Cover-Versionen oder Persiflagen zu erkennen sind - zogen die beiden live alle Register. Cortney war offensichtlich schon vor der Show ordentlich beschwipst (Gaffel Kölsch) und Kurt hatte sich (offensichtlich nach dem Studium alter Queen-Liveauftritte) dazu entschlossen, die Musik unter Zuhilfenahme eines Mikrofonständers, den er dann in der Tradition von Freddy Mercury traktierte - nun ja, wie soll man sagen - "vorzutanzen".Denn das ausgewählte Songmaterial des besagten Labels, das geneigte Fans ggf. durch eine Special Edition der "Kort"-Scheibe kennen mögen, der die Orignalversionen als Bonus beiliegen, ist zwar typisch für den Nashville-Sound der 70s - aber ausnehmend grottenschlecht. Nicht nur, dass die Nummern vor miserablen Texten geradezu strotzen, angesichts derer sich die Fußnägel eines jeden Texters, der etwas auf sich hält, im Kreise drehen müssten - auch musikalisch wird da kein Klischee ausgelassen. Da stellt sich wieder die bekannte Frage, warum man eigentlich Cover-Versionen einspielen sollte und über kurz oder lang erscheint dann die Antwort Howe Gelbs logisch, der ein Mal sagte: "Man kann ja auch schlechte Songs auswählen und versuchen, diese besser zu machen." Das, in etwa, haben Kurt und Cortney getan. Doch so einfach ist die Sache auch wieder nicht: Kommt das alles auf Konserve nämlich noch relativ ernsthaft daher - und zwar so ernsthaft, dass die Songs keinesfalls als Cover-Versionen oder Persiflagen zu erkennen sind - zogen die beiden live alle Register. Cortney war offensichtlich schon vor der Show ordentlich beschwipst (Gaffel Kölsch) und Kurt hatte sich (offensichtlich nach dem Studium alter Queen-Liveauftritte) dazu entschlossen, die Musik unter Zuhilfenahme eines Mikrofonständers, den er dann in der Tradition von Freddy Mercury traktierte - nun ja, wie soll man sagen - "vorzutanzen".
Kurts neu gewonnenes Körperbewusstsein war ja bereits auf der letzten Lambchop-Tour zu Tage getreten, als er öfter auf seinem Stuhl herumkletterte als dass er drauf saß - bei diesem Konzert habe er indes den Honky-Tonk-Animateur par excellence und wedelte über die Bühne, als gäbe es künstliche Hüftgelenke umsonst. Die junge Band spielte derweil ziemlich straight und wenn es hier mal schräge Töne gab, dann deswegen, weil sich tatsächlich mal jemand verhauen hatte (Tyler z.B.) und nicht des ironischen Untertons wegen. Den gab es dafür im Vortrag von Kurt und Cortney. Das Problem dabei war natürlich, dass die besagten Nummern im Original tatsächlich auf klassische Art gesungen wurden. Nun sind weder Kurt noch Cortney vordergründig klassische Sänger - so dass die Vocals dann doch ziemlich unegal rüberkamen. Da beiden das offensichtlich klar war, übertrieben sie ihren jeweiligen Shtick dann mit Gusto bis zur Schmerzgrenze. Das Material erstreckte sich dabei über eine erstaunliche stilistische Bandbreite, von der Torch-Song-Ballade über den Country-Hoedown bis hin zum psychedelischen Rocksong. Jedenfalls kamen hier - wie auch auf der CD - Klänge zum Vorschein, wie sie weder Kurt oder Cortney (ob mit oder ohne Lambchop) je produziert hatten. Die ganze Sache war also schon sehr, sehr seltsam - und psychedelisch.

Darauf baute Kurt auch nach dem ersten Teil der Show auf, der aus dem besagten "Chart"-Material bestand. "Wir haben uns überlegt, was wir den seltsamen Country-Songs hintanstellen könnten. Dann haben wir aber diesen Zuckerwürfel im Backstage-Raum gefunden." Besagtes Objekt hatte Kurt auf seinem Dirigentenpult platziert. "Das erinnerte mich an psychedlische Zustände - mal sehen, was passiert", sprachs und schluckte besagten Würfel. Es folgte dann eine Coverversion des Jefferson Starship-Stückes "Today" - sowie einige weitere obskure Songs, die am Ende gar fast punkig dargeboten wurde. Abschließend würdigte Kurt noch das Durchhaltevermögen für diese "ungewöhnliche Veranstaltung", wie er selbst es nannte. "Hoffentlich hat es euch gefallen", rief er ins Rund, "wir hatten jedenfalls einen Höllenspaß."

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Surfempfehlung:
www.kort.cd
www.lambchop.net
www.feverqueen.com
Text: -Ullrich Maurer-
Foto: -Ullrich Maurer-


 
 

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