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Konzert-Bericht
 
Entspannte Melancholie

Julia A. Noack

Köln, Die Lichtung
03.11.2013

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Julia A. Noack
Also die Sache ist die: Obwohl der Sommer ja nun vorbei ist, wollte Julia A. Noack nicht darauf verzichten, jahreszeitlich behaftetes Material wie z.B ihren verkannten Sommer-Hit "Summer Something" im Programm zu führen. Diesem rechne sie gewisse melancholische Qualitäten zu, obwohl andere wiederum meinen, das Lied sei entspannt, luftig, heiter und gelassen. Nur sei das ja so, dass wenn etwas zu entspannt, luftig, heiter und gelassen sei, dann stelle sich ja schnell die unerträgliche Leistung des Seins ein und dann brauche es etwas Melancholie, um einen wieder auf den Boden der Tatsachen zurück zu holen. So ist das eben in den Songs von Julia A Noack: Da ist selten mal etwas, wie man es erwartete und es gibt auf jeden Fall mehr als eine (mögliche) Ebene, Bedeutung oder Sinnhaftigkeit.
Bestes Beispiel dafür war bei diesem Konzert vielleicht die mittels kontrolliertem Chaos-Sampler irritierend arrangierte performance-artige Darbietung des Titeltracks ihrer vorletzten Studio CD "69.9" , dessen Bedeutung Julia wieder auf ihre typische Art im Ambivalenten verweilen ließ. Nur so viel: Es geht da um Grenzen, deren Auslotung und mögliche Überschreitung. Auch ein schönes Bild für ein Julia A. Noack-Konzert, denn auch auf dieser "Nordrhein-Westfalen-Tour" stellte sich die Wahlberlinerin musikalisch wieder spannend und neu auf. Mit einer Band, die aus Berliner Kollegen besteht, ohne Bassisten zwar, dafür aber mit zwei Keyboards und Posaune, überraschte Julia abermals mit neuen, spannenden Arrangements für ihre Songs - allen voran natürlich jenen des aktuellen Albums "The Feast", das es ja zu feiern gab. Dabei machte sie sich gar nicht erst die Mühe, zu versuchen, die kunstvollen, detailverliebten Versionen der Studio-Versionen zu re-kreieren, sondern nutzte diese bestenfalls als Sprungbrett für ihre Live-Exkursionen. Im Vergleich zu früheren Auftritten in Köln wirkte Julia dieses Mal tatsächlich entspannter - obwohl sie sich kurz vor dem Auftritt einen Zeh angeknackst hat. Nun ja: Angesichts der wenigen Getreuen im Publikum darf wohl angenommen werden, dass dieses ausschließlich aus dem direkten Bekanntenkreis rekrutierte, den sich Julia während ihrer Kölner Zeit herangezüchtet hatte.
Sei es drum: Im Wesentlichen ließ dieses Konzert musikalisch keine Wünsche übrig. Es gab alle Hits, die verkannten und die, die solche noch werden wollen - einige Solo-Nummern im Mittelteil und vor allen Dingen einige erfreulich druckvolle Up-Tempo Momente, die bislang (und insbesondere bei ihren Solo-Shows) ja eher selten zu finden waren. Darunter u.a. die aktuelle Single "Everything Is Sexuality" und "Crazy" - ein Track, der in einer besseren Welt eigentlich längst in den Charts zu sein hätte und der Julia von ihrer Glamrock-Popwerpop-Seite zeigt. Obwohl ihr die nachdenklichen Balladen mit der entspannten Melancholie nach wie vor offensichtlich stärker am Herzen liegen, wäre dies ein Aspekt, der des Ausbaus in Zukunft sicherlich noch lohnte. Ach ja: Natürlich gab es auch wieder "Watching Magnum On TV" - alleine um das Publikum über die aktuellen Lieblingsserien Julias (an erster Stelle "The New Girl" mit der singenden Halb-Kollegin Zooey Deschanel) auf dem Laufenden zu halten. Wollen wir mal hoffen, dass das langsam jetzt mal etwas wird, mit dem großen Durchbruch, schon alleine damit Julia endlich mal in einer Arena auftreten kann, in der die Ansagen in der Art von "Hallo Köln" Sinn machten (wie sie selbstironisch bemerkte, denn in der Lichtung hätte sie ja auch alle Anwesenden namentlich begrüßen können (was sie dann nach der Show auch tat)). Um es noch mal zu sagen: An der Musik kann es nicht liegen, dass Julia noch kein Superstar ist, denn sie gehört schlicht zu den Besten der Republik. Punkt.



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Surfempfehlung:
www.julianoack.com
www.facebook.com/Julia.A.Noack.music
Text: -Ullrich Maurer-
Foto: -Ullrich Maurer-


 
 

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