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Konzert-Bericht
 
Zwischen den Stühlen

Heather Nova
Eskobar

Köln, E-Werk
13.11.2001
Heather Nova
Es hätte ein Triumphzug werden können, sollen, ja müssen, für die Schönheit von den Bermudas ebenso wie für ihre schwedische Supportband. War es aber leider nicht wirklich. Eskobar, nicht nur von der Presse schwer gelobt für ihr neues Album "There's Only Now", sondern auch beim Publikum mit einem ordentlichen Vertrauensvorsprung ausgestattet, weil immerhin Heather persönlich als Gaststar auf der Platte mit dabei ist, spielten zwar ein in sich sehr stimmiges Konzert, konzentrierten sich dabei aber auf die "falschen" Songs.
Anstatt mit ihren schnelleren Songs ihrer Aufgabe als "Anheizer" wirklich gerecht zu werden, verließen sich Eskobar lieber auf die großen Pop-Momente ihrer neuen Platte, spielten einige obskure Akustik-B-Seiten und wenige "Golden Oldies", wie Sänger (und Marc-Almond-Soundalike) Daniel Bellquist die Songs ihres keine zwei Jahre alten Debütalbums augenzwinkernd bezeichnete. Das ließ sich ohne Frage die Herzen der echten Eskobar-Fans höher schlagen, trotzdem wurde das Gemurmel eines Großteils des Publikums im restlos ausverkauften E-Werk gegen Ende des Auftritts der Schweden ebenso merklich lauter, wie das Gedränge an der Theke zunahm.
Kein Wunder, schließlich bestand das Publikum nach Heathers überraschendem Top-10-Erfolg mit ihrem neuen Album "South" zu einem nicht unerheblichen Teil aus Menschen, die sich nicht regelmäßig auf Rockkonzerte verirren. Und genau die waren es dann auch, die von Heather restlos begeistert waren, obwohl es dazu nur bedingt Anlaß gab. Schien die junge Dame von den Bermudas in den letzten Jahren immer ihr eigenes Ding durchzuziehen und genau deshalb so erfolgreich zu sein, weil sie keine Zugeständnisse an ein größer werdendes Publikum und den damit verbundenen Druck machte, wirkte sie in Köln erstens kraftlos und zweitens orientierungslos. Ersteres mag vielleicht auf ihre Stimmprobleme zurückzuführen sein, die sie eine Woche zuvor zwangen, den Start ihrer Europatournee kurzfristig abzusagen bzw. zu verschieben, letzteres aber war ebenso unnötig wie unverständlich. Daß Heather ihre eigene Note aufgeben würde, um in MOR-Gefilde hinabzusteigen, die früher Bands wie Dire Straits vorbehalten waren, schien ebenso unangebracht, wie lautes, klischeehaftes Rockgetöse, in dem die liebliche Stimme der Protagonistin so manches Mal unterzugehen drohte. Man wartete förmlich darauf, daß etwas passierte, aber die Show plätscherte nur so dahin, Heather machte wenig falsch, aber auch nur wenig wirklich richtig. Die wenigen echten Highlights waren nämlich die - leider zu dünn gesäten - Solonummern, wie die herzergreifende Pianofassung von "Gloomy Sunday" beispielsweise. Zu gewohnter Form lief Heather eigentlich erst mit dem Akustik-Set bei den Zugaben auf. Sich ganz auf ihre Stimme und ihre Ausstrahlung verlassend, gab es wunderschöne Versionen von "Truth And Bone", "Doubled Up" und - als besonders Schmankerl - eine Lagerfeuerversion der Bee-Gees-Discohymne "Stayin' Alive". Es war ein Konzert, das Heather in einer Übergangsphase präsentierte: Die Intimität früherer Jahre scheint inzwischen - der Berichterstattung von Frauenzeitschriften und Mainstream-Medien sei "Dank" - verloren, aber als Arena-Rockerin kann Heather (noch) nicht wirklich überzeugen.
Text: -Carsten Wohlfeld-
Foto: -Pressefreigabe-


 
 

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