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Konzert-Bericht
 
Happy Drama Queen

Chloe Charles

Köln, Studio 672
29.09.2015

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Chloe Charles
Zum Ende der Tour zu ihrem aktuellen Album "With Blindfolds On" kehrte Chloe Charles auch wieder nach Köln zurück, wo 2012 ihre internationale Karriere überhaupt erst Fahrt auf nahm. Anders als bei ihrem letzten Besuch in der ausverkauften Wohngemeinschaft fanden dieses Mal nur die getreuesten der treuen Fans den Weg ins bestuhlte Studio 672 - was dann ja gewissermaßen ernüchternd war. Davon ließ sich Chloe aber nichts anmerken und präsentierte das Material der neuen CD mit ihrer multinationalen Band.
Bei ihrem Auftritt beim Reeperbahn Festival am Wochenende zuvor hatte sie bereits gezeigt, dass sie sich nicht nur als Songwriterin, sondern auch als Performerin weiterentwickelt hat. Chloe präsentierte die Songs nämlich in der Art einer klassischen Diva (wobei sie von Abend zu Abend in einem anderen, stylischen Outfit erschien) mit voluminöser, tragfähiger Stimme und unterstrich die Songs mit ausladenden, dramatischen Gesten. Was bei anderen vielleicht übertrieben oder kurios gewirkt hätte, nahm man Chloe als Performerin aber schon alleine deswegen ab, weil die persönlich gefärbten Songs, in denen sie ihre komplizierten Familienverhältnisse ebenso aufbereitete, wie den Tod einiger Familienmitglieder (vor allem den ihres Vaters und des Großvaters), diese Dramatik auch entsprechend musikalisch widerspiegeln. Ganz en passant hat es die Kanadierin geschafft, mit dem neuen Ansatz, der weg vom klassischen Folk-Storytelling, hin zu einer freistiligen, weltoffenen Mixtur führte, in der musikalisch so einiges geht, auch zu einer eigenen musikalischen Identität zu finden, die sie zum Beispiel auch von vielen ihrer Landsleute absetzt, die sich ja öfters nur allzu gerne mit US-Amerikanismen zufrieden geben. Sie selbst sagt zwar, dass sie gar nicht erst versucht habe, einen eigenen Stil zu kreieren, weil sich heutzutage sowieso die Genres immer mehr vermischten, dennoch darf man das nicht unterschätzen, was Chloe und ihre Musiker da mit relativ überschaubaren Ansatz leisteten.
Neben Violinist Davide Santi aus Italien hat sie noch einen kanadischen Multiinstrumentalisten, der ein rudimentäres Drumkit, einen Sampler und Effektgenerator sowie eine Gitarre teilweise simultan bediente, sowie einen Leipziger Pianisten mitgebracht. Zwischen den Gesangszeilen ließ Chloe dann auch ihren Musikern Zeit, eigene Ideen zu verwirklichen, was zu einem intensiven und stets spannenden Miteinander führte. Das ist die Fortsetzung des Verfahrens, in dem sie bereits bei der Entstehung der neuen Songs die Musiker kollaborativ mit einband. Tendenziell ist Chloes Material von jeher melancholisch gefärbt. Für musikalische Glücksmomente müssen da eher selten vertretene Pop-Songs wie "Smiling" reichen - oder aber die Beteiligung des Publikums; etwa mit der Bitte, doch beim nächsten Stück mitzulachen. "Lachen macht mich immer froh", meinte Chloe zu diesem Thema. Bei aller performerischen Dramatik blieb Chloe als Performerin so auch stets nahbar und verlor so auch nie den Kontakt zum Publikum. Zwei passende Coverversionen (Carole Kings "Far Far Away" - das das Leben "on the road" beleuchtet und Chris Isaaks "Wicked Game" in einer fast freischwebenden, psychedelisch angereicherten Variante) rundeten das Programm ab und natürlich durfte auch "Snowflake", der Song, mit dem weiland ihre Laufbahn als Songwriterin begann, nicht fehlen. Letztlich überzeugte Chloe Charles mit dieser Show (und auch den vorangegangenen) als beeindruckend intensive Persönlichkeit, die einen Weg gefunden hat, ihrem Songmaterial ein performerisches Äquivalent hinzuzufügen.



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Surfempfehlung:
www.chloecharles.com
www.facebook.com/chloe.charles.music
Text: -Ullrich Maurer-
Foto: -Ullrich Maurer-


 
 

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