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Cologne loves Rock'n'Roll

Band Of Horses

Köln, Gloria
20.06.2016

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Band Of Horses
Ben Bridwells Band Of Horses hat viele schöne Eigenschaften, die ein stimmiges Band-Bild ausmachen: So verwendet das Ensemble seit Anbeginn den selben Schriftzug und trägt diesen als Marke vor sich her; so agiert Bridwell insbesondere in den Titeln seiner Songs und Tonträger mit anschaulichen, eigenartigen und überraschenden Begriffen (der Titel des aktuellen Albums "Why Are You Ok" tippte angeblich seine des Schreibens noch unkundige Tochter in das Handy der Mutter) und so befleißigen sich Bridwell & Co. eine knorrige Bodenständigkeit zu vermitteln, die jegliches Stargehabe ausschließt - auch, wenn die exklusive Clubshow im Kölner Gloria im Handumdrehen ausverkauft war.
Musikalisch sieht es mit der Kontinuität da schon etwas anders aus, denn wie von eigentlich jeder guten Band, kann man sich bei der Band Of Horses eben nie sicher sein, was als Nächstes kommt. So überraschte die Band auf dem neuen, von Jason Lytle produzierten Album etwa mit psychedelischer Note, Elektronika und einer Hinwendung zu eher offenen Songstrukturen - nachdem Bridwell zuletzt noch mit Sam Beam in Sachen Folk gemacht hatte und nachdem das letzte BOH-Album von 2012, "Mirage Rock", noch eine solide Rockscheibe gewesen war und nachdem 2014 gar ein Akustik-Album eingeschoben worden war. Die Show im Gloria stand allerdings zum Glück dann doch wieder ganz im Zeichen des Rock'n'Roll. "Cologne loves Rock'n'Roll" statuierte Bridwell dann auch zufrieden, nachdem die entsprechenden Up-Tempo-Nummern wie z.B. "Laredo" besonders enthusiastisch beklatscht wurden. Seltsamerweise blieb es dann aber auch dabei. Denn obwohl das gut gemischte Publikum durchaus auch aus jüngeren Leuten bestand, war dann doch zu beobachten, dass die reihenweise vorhandenen "Party-Nummern", die die Band nun mal zu bieten hat, eher statisch goutiert wurden. So richtig mitgehen mochte offensichtlich niemand. Das bedeutet nicht, dass die Fans das Ganze nicht genossen - nur eben ziemlich introvertiert. Der Effekt war dann, dass dann Mitsing-Rausschmeißer wie etwa die aktuelle Singe "Casual Party" genauso intensiv begutachtet wurden, wie eher balladeske Nummern a la "No One's Gonna Love You" oder gar "Funeral". Ein wenig seltsam war das schon, da sich insbesondere natürlich Bridwell mit einer geradezu manischen Energie und seiner zum Markenzeichen gewordenen, durchdringenden Sirenenstimme mühte, nicht nur seine Musiker, sondern auch das Publikum mitzureißen, das sich aber - wie angedeutet - eher als stiller Genießer-Club verstand.
Performerisch erschien die Sache eher auf Effektivität, denn auf subtile Feinheiten ausgerichtet zu sein. Jedenfalls ging es eher darum, ein tightes Bandgefüge zu vermitteln (was auch mühelos gelang) als irgendwelche Feinheiten oder zum Beispiel virtuose Soli in den Vordergrund zu stellen. Freilich kommt der Band Of Horses hier gerade die musikalische Grundausrichtung zu pass, denn anders als viele US-Kollegen aus ihrer Altersklasse haben sich Bridwell & Co. nie auf die bequeme Americana-Schiene zurückgezogen, sondern sich ihre jugendliche Unbedarftheit auch im mittleren Alter zumindest insofern noch bewahrt, als dass sie auch heutzutage immer noch als (zwar älter gewordene) College Band durchgehen und eher bei Power-Pop und Rock wildern als im klassischen amerikanischen Songbook - während Bridwell inhaltlich aber seine Familienvater-Thematik auslebt. Das gilt auch für die Momente, in denen die Band zum Beispiel mal in den Balladenmodus verfällt, mit den (aufgrund des Rock-Settings zuweilen kaum zu vernehmenden) Keyboards hantiert oder Bridwell mal seine Pedal-Steel-Gitarre bemüht. Letztere bediente er allerdings - wie z.B. bei dem angesichts seiner drone-artigen Unerbittlichkeit gar nicht mal so untreffend betitelten Opener "Dull Times" - keineswegs country-kompatibel, sondern schon mit einer psychedelischen Note. Dass er sich im Folgenden schwer tat, stehend hinter der Pedal-Steel-Gitarre ans Mikro zu gelangen, war ein ulkiger Fauxpas - denn das hätte man leicht durch eine andere Platzierung des Instrumentes verhindern können. "Das ist unsere einzige Show, deswegen werden wir diese etwas länger spielen, wenn das okay ist", begrüßte er das Publikum und bereitete dieses dann auf die anstehende Nacht der langen Messer mit respektablen 22 Tracks auf der offiziellen, klug strukturierten Setlist vor. Das bedeutete dann, dass es zum einen eine Vollbedienung in Sachen BOH-Oeuvre gab und andererseits auch alle Facetten des BOH-Sounds bedient werden konnten. Kurz: Da blieb am Ende dann kein Auge trocken und kein Wunsch offen.

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Text: -Ullrich Maurer-
Foto: -Ullrich Maurer-


 
 

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