Gaesteliste.de Internet-Musikmagazin



SUCHE:

 
 
Gaesteliste.de Facebook RSS-Feeds
 
Konzert-Archiv

Stichwort:





 
Konzert-Bericht
 
Kalte Romantik

Chloe Charles

Düsseldorf, Zakk
29.06.2016

zur Foto-Galerie
Chloe Charles
Obwohl die Kanadierin Chloe Charles mit ihrer Band bereits zu drei Gelegenheiten mit dem Programm zu ihrer aktuellen CD "With Blindfolds On" in unseren Landen unterwegs gewesen war, war der Zuspruch der Fans in der gut gefüllten Bar des Düsseldorfer Zakk-Clubs dann doch erfreulich groß. Das mag auch daran gelegen haben, dass dieses das Debüt von Chloe in Düsseldorf war, wie sie bemerkenswerterweise auf Deutsch eingangs erwähnte. (Bemerkenswerterweise deshalb, weil sie ansonsten ausschließlich auf Englisch parliert.) Diejenigen hingegen, die das besagte Programm bereits kannten (das - bis auf die brillante Prince-Hommage "Nothing Compares To U" eigentlich unverändert geblieben war), durften sich auf eine angenehme Überraschung einstellen, denn Chloe und ihre multinationale Band hatten es tatsächlich geschafft, die Arrangements der Stücke nochmals stark zu variieren und den Tracks so zuweilen durchaus noch mal neue Perspektiven abzugewinnen.
Dabei steckte da gar kein Masterplan dahinter, denn Chloe meinte nachher, dass man die Arrangements gar nicht überarbeitet habe, sondern dass diese sich natürlich in diese Richtung entwickelt hätten. Dabei ging es gar nicht um großartige Dinge - sondern nur um die richtigen Akzente: Ein beseeltes Gitarrensolo Neil Whitfords hier, eine Barbershop-Einlage bei "Business" dort, eine brillant herausgearbeiteter Refrain bei "Run Your Course", sparsame Elektronik bei "Wool Sweater" zum Beispiel. Das waren also keine großen Eingriffe - aber jeweils genau die richtigen. Der intime Charakter des Bar-Settings schien Chloe & Co. zudem zu liegen, denn gelöster hatte man sie letztlich auch noch nicht erlebt. Vielleicht lag das auch daran, dass Chloe dieses Mal auf ein extravagantes Bühnen-Outfit verzichtet hatte, und ganz gemäß ihres Titels "Black And White" in einem simplen schwarzen T-Shirt und einer weißen Hose aufgetrat. Jedenfalls wirkten die Gesten, mit denen sie ihre Songs zu illustrieren pflegt, in diesem Kontext weniger dramatisch als gewohnt. Und auch wenn es in ihren Songs niemals wirklich um tatsächlich lustige Angelegenheiten geht, konnte man sich an der einen oder anderem Stelle dann ein Schmunzeln doch nicht verkneifen, was zum einen an der besagten lockeren Atmosphäre lag und zum anderen an den amüsantem Zwischenansagen, in denen Chloe zum Beispiel erklärte, dass sie immer dann am romantischsten veranlagt sei, wenn es - wie im kanadischen Winter - besonders kalt werde.
Aber trotz einer weiteren sommerlichen Kaltfront, die sich gerade draußen zusammenbraute, gehörte das Konzert dann doch eher zur warmherzigen Sorte. Vielleicht auch deswegen, weil sich Chloe mit besonderer Inbrunst insbesondere in die Refrains stürzte ("Take Me Naked" etwa kam so fast als Mini-Oper daher) und so den eh schon eindringlichen Lyrics besonderen Nachdruck verlieh. Und obwohl Chloe Charles keine wirklichen Up-Tempo-Nummern im Programm hat, schaffte es insbesondere Neil Whitford dem Material immer wieder rhythmische und dynamische Aspekte zu entlocken. Beendet wurde das Set traditionellerweise mit Chris Isaacs "Wicked Game", das aber ebenfalls arrangementsmäßig nochmals umgearbeitet worden war. Kurzum: Mit dieser neuen Tour zeigten Chloe Charles und ihre Musikanten nachdrücklich, was man aus seinem Material herausholen kann, wenn man nicht mit Routine und technischer Perfektion, sondern immer wieder mit Neugier und Begeisterung daran herangeht.

zur Foto-Galerie
Surfempfehlung:
www.chloecharles.com
www.facebook.com/chloe.charles.music
Text: -Ullrich Maurer-
Foto: -Ullrich Maurer-


 
 

Copyright © 1999 - 2017 Gaesteliste.de

 powered by
Expeedo Ecommerce Dienstleister

Expeedo Ecommerce Dienstleister