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Konzert-Bericht
 
The Yellow From The Egg

Rocky Votolato

Köln, At The B-Sites
03.08.2016

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Rocky Votolato
Rocky Votolato tourte eine Zeit lang ja wie ein Gewohnheitstäter durch unsere Lande und machte dabei gerne auch immer in der Domstadt Station. Nach einer inzwischen durchstandenen Identitätskrise, die dann glücklicherweise in seinem aktuellen Album "Hospital Handshake" mündete, das er vor zwei Jahren herausbrachte, war es jetzt wieder ein Mal so weit. Im Rahmen der At The B-Sites-Reihe von Silent Concerts, die in Köln als Secret Gigs mit Kopfhörern an ungewöhnlichen Orten stattfindet, war er dabei - wetterbedingt - in der Jack In The Box-Halle in Köln Ehrenfeld gelandet. Eigentlich hätte das Konzert ja als Open-Air-Veranstaltung stattfinden sollen - nachdem es aber 48 Stunden durchgeregnet hatte, war daran nicht zu denken gewesen.
Natürlich ließen sich die Fans von diesem Umstand nicht beeindrucken und in wenigen Minuten war die Halle nach dem Einlass entsprechend gut gefüllt. Rocky, der hier solo auftrat, machte deutlich, dass es an diesem Abend gelassen und delikat zugehen würde (so seine eigene Formulierung). Insofern konzentrierte er sich dann auch auf die generell ruhigeren Songs seiner inzwischen beachtlichen Solo-Laufbahn. Unterbrochen wurden die Stücke von launigen Ansagen, die sich zum Teil auf die ungewöhnliche Kopfhörer-Situation, zum Teil auf Rockys Abenteuer auf der Tour und zum Teil auf seine Begeisterung für deutsche Redewendungen, die er auch immer gleich ins Englische übersetzte, bezogen. "Mein Deutsch ist nicht das Gelbe vom Ei", war zum Beispiel eine solche oder "Du gehst mir tierisch auf den Keks" - in der Übersetzung "You go me animally on the cookie".
Musik gab es aber auch. Hier wählte er dann einen geschickten Mix aus alten Klassikern wie z.B. "She Was Only In It For The Rain" oder "Streetlights", den Alien-Song "Tin Foil Hat Dream" oder "Mix Tapes/Cell Mates" - aber auch Songs vom neuen Album - nur eben nicht die Rocknummern. Der Titeltrack "Hospital Handshakes" fand aber ebenso den Weg auf die Setlist wie "So Unexpected" und "The Finish Line" - ein Song, der sich (ebenso wie "Suicide Medicine") mit dem düsteren Thema "Selbstmord" beschäftigt, das Rocky aber keineswegs als attraktiv oder Lösungsansatz verstanden haben möchte, wie er deutlich machte. Die Stimmung in der Halle war - naturgemäß - dann auch delikat. "Danke, dass ihr so ruhig seid", bedankte sich der Meister, "aber ich glaube, ihr könnt ja auch gar nicht anders." Ein lautstark sich bemerkbar machendes Baby ließ Rocky übrigens - anders als Donald Trump - nicht aus dem Saal bringen, sondern widmete diesem einen Song. "Neulich bin ich in einer Halle in Pforzheim aufgetreten, die danach abgerissen wurde", erzählte Rocky dann noch, "und wie ich höre, soll nun auch diese Halle, in der wir jetzt sind, bald abgerissen werden. Also Ladies: Ladet mich besser nicht zu euch nach Hause ein." Wie ernst dem Familienvater diese Ansage war, lässt sich natürlich nur vermuten. Für die Zugaben entledigte sich Rocky dann der Kopfhörer und trug die letzten Songs - zusammen mit seinem Tourbegleiter Marcel - unplugged vor. Da dieses wohl die letzte B-Sites-Veranstaltung in diesem Jahr gewesen sein dürfte (wir erinnern uns: Es geht hier eigentlich um Open-Air-Events), erwies sich ein alter Hase wie Rocky Votolato, der ja in der Domstadt eh eine solide Stammgemeinschaft an Fans hat - sicherlich als der richtige Mann, um den Schlusspunkt zu setzen. Auch für die Halle.

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Surfempfehlung:
www.rockyvotolato.com
www.facebook.com/rockyvotolato
Text: -Ullrich Maurer-
Foto: -Ullrich Maurer-


 
 

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