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Feuer und Eis

Lunascape

Köln, Domforum
16.08.2002

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Lunascape
Es ist wohl leider so, dass die Leute nicht mal dann zu einem Live-Konzert kämen, wenn man ihnen Geld dafür böte. Trotz regen Publikumsverkehrs (inklusive Polizei-Konvoi quer über die Domplatte) fanden zunächst nur wenige "nicht eingeweihte" zur freien CD/DVD-Präsentation der belgischen Newcomerband Lunascape ins Domforum. Immerhin - und das ist ein gutes Zeichen - mit der Zeit träufelten zunehmend mehr interessierte Zuhörer hinein, die sich auch nach "der Band da" erkundigten. Dabei sind die Live-Qualitäten des belgischen Quintetts (an diesem Abend ausnahmsweise als Quartett agierend) recht überzeugend. Nachdem die Lunascape DVD "Remotions", die aufgrund seltsamer Umstände noch VOR der CD, die erst im September erscheint, erhältlich ist, mittels eines Projektors vorgeführt wurde, durfte man gespannt sein. Denn im Gegensatz zu den eher unauffälligen, hemdsärmeligen Kumpeltypen, die noch den Soundcheck durchführten, ließen sowohl DVD, wie auch Projektor, wie auch der dramatische Bühnenaufbau (die Bühne wurde einzig von elektronischen Kunstflämmchen illuminiert) - auf außergewöhnliches hoffen. Man wurde auch nicht enttäuscht.
Lunascape, die Band, die sich um die zeitweise Hooverphonic-Sängerin Kyoko Baertsoen gegründet hatte, überzeugte bei diesem ersten Konzert auf deutschem Boden mit einer durchgestylten, bis ins kleinste choreographierten Bühnenshow, bei der natürlich das ganze Augenmerk auf die eher zierliche Sängerin im schwarzen Abendkleid gerichtet war. Zwar gab es gehörige Probleme mit der Technik - die dazu führten, dass mehrere Stücke abgebrochen und neu begonnen werden mussten, doch das war erklärlich: Zunächst war der Gig als Akustik-Set geplant, wurde dann aber auf Anraten des Veranstalters elektrisch ausgeführt, wobei dann der zweite Gitarrist fehlte, der durch wankelmütige Samples und Loops kompensiert werden musste. Dennoch pegelte sich der Sound nach einigem Hin und Her auf einem akzeptablen Level ein - besonders nachdem es gelungen war, Kyokos Stimme den nötigen Raum zu verschaffen. (Ohne Effekte klingt's doch etwas dünn). Natürlich wurde auch das von Sinead O'Connor gecoverte "Mountains Of The Moon" gespielt, welches im übrigen musikalisch ein recht guter Showcase für das Lunascape-Konzept darstellt: Es gibt eleganten Trip-Hop-Pop mit einem gewissen Rock-Drive. Großartige Melodien sind weniger das Metier als vielmehr Atmosphäre und dann wieder wandlungsfähiger und melodischer Gesang. Kyoko hat eine recht effektive Art, ihren Vortrag mittels theatralischer, ausufernder Hand- und Armbewegungen und schlangenartiger Tanzfiguren zu kommentieren. Das sieht gut aus und ist effektiv - wenngleich die Sache, besonders aus der Nähe betrachtet, doch ein wenig zu kontrolliert wirkt. Die von einer Digital-Kamera über den besagten Projektor auf die Band projizierten psychedelischen Computergrafiken waren dabei fast ein wenig zuviel des Guten. Das lässt sich auf der Tour aber sicherlich durch eine saubere Rückprojektion auffangen. Es sieht halt einfach blöde aus, wenn auf den Musikern abgeschnittene Farbflecken herumtanzen.
Neben den Kernstücken der neuen CD gab es als Ergänzung einige "neue" Stücke (für das Publikum war das natürlich alles neu), die das, was Kyoko im Gespräch vorher gesagt hatte - dass nämlich das neue Material einfacher sein solle, als das von der Debüt-CD "Reflecting Seyelence" - als korrekt erschienen ließ. Nach dem im Domforum obligaten Interview mit dem Dom-Radio Anchorman Thommy Milhome gab's dann als Zugabe noch den Soundtrack des IMAX-Films "Haunted Castle", in dem Kyoko selbst mitspielt, und für den Lunascape den Soundtrack geschrieben haben. In Belgien sind Lunascape bereits Stars, und an diesem Abend konnte man erkennen, warum: Da haben wir nämlich eine Band, die sich visuell stilsicher zu präsentieren weiß, ohne dabei auf musikalische Kompetenz zu verzichten (ansonsten ja scheinbar eine Grundvoraussetzung auf dem Pop-Sektor). Da der Sound von Lunascape obendrein absolut Radio-kompatibel ist und keinen internationalen Vergleich zu scheuen braucht (schon gar nicht den mit Hooverphonic), könnte da durchaus etwas draus werden.

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Surfempfehlung:
www.lunascape.net
Text: -Ullrich Maurer-
Foto: -Ullrich Maurer-


 
 

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