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Konzert-Bericht
 
Zerfaserte Magie

Counting Crows
Arid

Köln, E-Werk
20.03.2000
Counting Crows
Es war schon überraschend, wie viele Zuschauer den Weg zu den Counting Crows ins Kölner E-Werk fanden. Das kann - ohne erkennbaren Hit - nur heißen, daß die Crows es geschafft haben, sich im Laufe der Jahre eine solide Fangemeinschaft aufzubauen. Dafür spricht auch, daß die Jungs nach mehreren Jahren Funkstille nahtlos an ihre alten Erfolge anknüpfen konnten und das mittelalterliche Publikum insbesondere die älteren Stücke mitsingen konnte und zu honorieren wußte.
Arid
Der Support Act, die belgische Art-Rock-Band Arid hatte einen vergleichsweise einfachen Einstand. Die doch eher komplexen Kleinkunstwerke des Quartetts fanden in diesem Ambiente jedenfalls einen geeigneten Nährboden. Geduldig und aufmerksam verfolgte das Publikum die längeren Tracks und spendete artig und interessiert Beifall. Die generalstabsmäßige Abwicklung (mit eigenem Mixing-Desk und Light-Design) trug ein Weiteres zur gefälligen Aufnahme bei. Für die Belgier war dies die geeignete Plattform, um ihre Musik einem breiteren Publikum schmackhaft zu machen. Witzigerweise besaßen diese obendrein auch mehr Charisma als die Crows.

Trotz Posergehabe der drei Gitarristen vermochte nämlich einzig Sänger Adam Duritz - effektvoll dramaturgisch in Szene gesetzt - sowas wie Star-Appeal zu verbreiten. Dabei stehen ihm nach wie vor seine Selbstverliebtheit und das Unvermögen, mit dem Publikum zu kommunizieren im Wege. Was die Musik betraf: Was mag die Crows nur geritten haben, die Show ausgerechnet mit "Magical Mystery Tour" der Beatles (vom Band!) zu eröffnen? Denn im Gegensatz zu den Liverpudlians verfügen die Crows nicht über genügend Fokus, ihre Songs auf den Punkt zu bringen. Stattdessen gab es breiige, zerfaserte Versionen ihrer auf CD wohlfeil durchorganisierten Songs. Immerhin gab man sich Mühe, die Elaborate zeitmäßig im Griff zu behalten. Dennoch: Weniger wäre hier mehr gewesen. Und somit enthielt letztlich besagter Beatles Track mehr magische Momente als die ganze Show der Crows. Vielleicht war die Sache einfach eine Nummer raummäßig zu groß für diesen Act, denn unter dem heimischen Kopfhörer entfalten die unbestritten hochklassigen Songs der Crows eine ungleich größere und direktere Wirkung.

Text: -Ullrich Maurer-
Fotos: -Ullrich Maurer-

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Mehr über Counting Crows:
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