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Konzert-Archiv

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Konzert-Bericht
 
Eine nette Beerdigung

Granfaloon Bus
Susan James

Köln, Underground
30.03.1999
Granfaloon Bus
Während Susan James' taschenartiger Chihuahua mit Namen Miles seinen wohlverdienten Schöhnheitsschlaf hielt, zeigte das Frauchen dem Publikum, wie vielseitig man eine akustische Gitarre bearbeiten kann und wie wenig das nach Folk klingen muß. Susan hat Spieltechniken drauf, die man eher bei Led Zeppelin ansiedeln würde als am Lagerfeuer. Insofern macht es also auch Sinn, daß sie ihren Solo-Act mit virtuosen Instrumentals und einer orgiastischen Version von "8 Miles High" würzt. Leider kommt die prinzipiell liebenswerte Frau auf der Bühne etwas spröde rüber. Und die endlosen Tuning-Pausen ließen einen Gitarrentechniker oder zumindest einen soliden Vorrat an kurzweiligen Stories angebracht erscheinen.
Susan James
Dieses sind Probleme, mit denen sich GF-Bus nicht rumschlagen müssen. Zwar sind die Jungs durchaus hervorragende Techniker, aber wenn's halt schräg klingt, dann ist das eben so. Schließlich macht man das Ganze ja unter anderem auch zum Spaß. Konsterniert stellte Felix "Todd" Constanza fest, daß er an diesem letzten Abend der gemeinsamen Tour dasselbe T-Shirt trug, wie beim ersten Gig. Dafür hatte sich musikalisch aber einiges getan. Lieferte man zu Beginn der Tour nämlich noch einen fast introvertierten Balladen-Set ab, flog in Köln, wo die Band seit jeher eine solide Fanbasis hat, wieder mal die Kuh. So wurde dieser Abend zur feucht-fröhlichen Beerdingungsfeier zum Klang der Songs des aktuellen Albums "Good Funeral Weather". Es wurden auch endlich mal alle Hits gespielt, von "Alexandra" bis zu "Helen's Hearse".
Granfaloon Bus
Die Songs kamen live alle weniger kantig daher als auf der Platte - was sowohl mit der Spielroutine als auch mit dem Selbstbewußtsein der Band zu erklären ist, die ihr Set in loser Reihenfolge auf die Bedürfnisse des jeweiligen Publikums einzustellen weiß. Nette Einlagen, wie die singende Säge des Drummers, coole Sprüche en masse oder der muntere Instrumententausch untereinander sorgten zudem für Kurzweil. Live sind GF ganz die netten, hart rackernden Kumpels aus Amerika, denen man die demonstrativ zur Schau getragene Working-Class-Ethik gerne abkauft. Als die Show schließlich nach knapp zwei Stunden zu Ende ging, hatte man dann auch das Gefühl, wieder mal einen ordentlichen Gegenwert für's Eintrittsgeld erhalten zu haben.
Text: -Ullrich Maurer-
Fotos: -Ullrich Maurer-


 
 

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