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Konzert-Bericht
 
C'mon and get your kicks!

Jet
The Stands

Köln, Bürgerhaus Stollwerck
05.03.2004

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Jet
Da gibt man nichts ahnend ein paar Takte seiner neuen Single ab, damit eine Firma für Feldtelefone damit Werbung machen kann, und plötzlich rennen einem die Leute die Bude ein. Und nicht nur die Lederjacken-tragenden Endzwanziger männlichen Geschlechts, die man für gewöhnlich auch heute noch am ehesten mit der Art des rifflastigen Rock N Rolls in Verbindung bringt, sondern lauter kleine Mädchen. So mögen die australischen Jet gedacht haben, die nach hymnischen Kritiken, aber nur mäßigen Verkaufszahlen direkt nach der Veröffentlichung ihres Debütalbums "Get Born" letzten Oktober nun die vorderen Plätze der Verkaufscharts bevölkern und Läden jeder Größe füllen.
In Köln gab es jedoch zunächst einen tollen Supportact mit zitatfreudigen Songs: The Stands sind vermutlich eine der fünf besten Bands, die es je in Liverpool gegeben hat, und konnten mit einer streckenweise etwas durchsichtigen, aber dennoch einfach nur großartigen Hommage an The Byrds restlos überzeugen - trotz hier und da zu breit ausgewalzter Psychedelic-Parts und einem unnötigen Schlagzeugsolo. Da müssen Teenage Fanclub aufpassen, dass ihnen The Stands mit ihrem an dieser Stelle bereits zur Platte der Woche gekürten Album "All Years Leaving" nicht in Kürze den Rang ablaufen.

Jet hatten danach keinerlei Mühe, die Massen im brechend vollen, weil seit Wochen restlos ausverkauften Stollwerck zum Toben zu bringen. Dass es abgesehen von der Lautstärke an diesem Abend nichts gab, das man nicht schon 1972 auf einem Rock N Roll-Konzert hätte hören oder sehen können, war nicht nur egal, sondern genau das machte den Reiz des Auftritts der Australier aus. Schließlich spielten die vier Twentysomethings für ein sehr junges Publikum, das - wenn überhaupt - "Exile On Main Street" nur als Relikt längst vergangener Zeiten aus der Plattensammlung der Eltern kennt und Bon Scott für einen Bon-Jovi-Tribute-Act hält. Insofern hat der Sound Jets, obwohl zu 100% auf der trotzig-primitiven Rock N Roll-Urgewalt AC/DCs Mitte der 70er und der lässigen Dekadenz der Früh-70er Rolling Stones basierend, auch anno 2004 noch bzw. wieder seine Daseinsberechtigung. Bei Jet gibt es keine Keyboards, keine elektronisch bearbeiteten Intros, keine groß angelegten Konzepte. Nein, bei Jet gibt es überhaupt nichts von dem ganzen progressiven Müll. Nur gute, altmodische Drei-Minuten-Rocksongs, die trotz der straighten Herangehensweise und viel Retro-Flair (Gitarrist Cameron Muncey hatte sich mit einer Gibson Flying V bewaffnet, und auch Nick Cester spielte eine feine Vintage-Gitarre), dennoch Platz für einige Variationen bieten. Die Anti-Dance-Nummer "Rollover DJ" ist eine Mitgröhl-Hymne sondergleichen, "Cold Hard Bitch" ist ein unbändiges Riffmonster, und "Take It Or Leave It" war unbarmherzig hart, ohne dabei die Melodie aus den Augen zu verlieren. Obwohl "Are You Gonna Be My Girl?" längst nicht der beste Song der letztes Jahr durch einen Platz im Vorprogramm der Stones geadelten Band von Downunder ist, war es nicht weiter verwunderlich, dass es trotzdem genau dieser eingangs bereits erwähnte Werbesong war, der das Publikum am meisten durchdrehen ließ. Für die Zugaben gab's die herzerweichend schöne Akustikballade "Move On" (mit Drummer Chris Cester als Leadsänger und dem etatmäßigen Bassisten Mark Wilson an der Mundharmonika) und eine holperige, aber dennoch willkommene Version von Elvis Presleys "That's Alright" als letzte Nummer. Der Song darf dann auch gleich als Fazit herhalten: Gute Unterhaltung war's - wir freuen uns auf eine Wiederholung bei den anstehenden Sommer-Festivals.

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Text: -Carsten Wohlfeld-
Foto: -Ullrich Maurer-


 
 

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