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Konzert-Bericht
 
Erwachsene Teenies

Soccer
Gloria

Köln, Bürgerhaus Stollwerck
28.04.2000
Gloria
"Das ist ja schon komisch", meinte Sänger Dieter von Soccer irgendwann, "das singen wir einen Song namens 21 und sind soch schon 25." Das ist im wesentlichen auch das Problem von Soccer. Aber der Reihe nach. Den Opener machte die von Soccer Bassist Christoph produzierte Band Gloria. Diese macht seit einiger Zeit im Großraum Köln schon durch die etwas andere Brit-Pop-Emulation auf sich aufmerksam. Legt man sich nämlich bei anderen Acts dieser Art meist eh gleich auf die Smiths fest, so sind Gloria bemüht, die etwas dramatischeren Aspekte britischer Musikkultur zu verinnerlichen. Bowie sei da mal als Eckpfeiler genannt. Und so sind die Gloria Songs denn auch eher anspruchsvoll im Sinne von komplex. Technisch ist die Band mittlerweile diesem Anspruch gewachsen. Die Songs sind im wesentlichen auch O.K. - wobei es allerdings besonders im Mittelteil des Acts einige gleichförmige Durchhänger gibt. Auch Sänger André macht als charismatischer Frontmann eine akzeptable Figur. Was ein bißchen stutzen läßt, ist die Tatsache, daß Gloria's Musik so gar nicht swingen will. Das klingt doch alles sehr einstudiert und wenig spontan. Ein wenig mehr Aerobic im Probenraum könnte hier wohl helfen.
Soccer
Damit haben Soccer heutzutage wahrlich keine Probleme mehr. Gleich das erste Stück überzeugte: Der neue Gitarrist (Micha 2) kam einfach auf die Bühne, stöpselte ein und fing an zu spielen. Die anderen kamen dann nach und nach dazu, sodaß sich eine Art Jam-Stimmung aufbaute. Mit so simplen Mitteln kann man den Menschen Freude bereiten. Im Verlaufe des Konzertes offenbarte sich, daß die Band mittlerweile zu einer recht knackigen, tighten Einheit herangereift sind, die ganz schön Druck machen können. Besonders einige neuere, düstere Stücke paßten hervorragend in dieses Konzept. ABER: Nach wie vor sehen Soccer ihr Heil wohl offensichtlich in heiteren Pop-Songs. Und diese wollen langsam nicht mehr so recht zur voranschreitenden musikalischen Entwicklung passen. Hinzu kommt, daß gerade diese Popsongs - allen voran die neue Single "Breaking with Emily" - im Vergleich zu den rockigeren Sachen - schlicht nicht besonders gut sind. Vielleicht, weil sie weniger die o.a. musikalische Entwicklung, als vielleicht die anhaltende Selbstverwirklichung der Band widerspiegeln. Im Zweifelsfalle sollten Soccer hier einfach mehr dem Instinkt folgen und nicht dem Wunschgedanken, mit den Popsongs den Teenie Markt aufzubrechen (s.o.). Das ist aber - zugegebenermaßen - leichter gesagt als getan, wenn man das nicht selbst leisten muß. Insofern sei also angemerkt, daß dieses Konzert, trotz schwerster allergischer Notsituationen Dieters, eine recht kurzweilige Angelegenheit war, die auch dem Publikum zusagte. Das ist mehr, als man von mancher größer angelegten Sache sagen kann.
Text: -Ullrich Maurer-
Fotos: -Ullrich Maurer-


 
 

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