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Olgas-Rock 5

Oberhausen, Olga-Park
10.07.2004

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Olgas-Rock 5
Ring frei für Runde fünf - Olgas-Rock, das Festival für Umsonst- und Draußen-Musikkultur in Oberhausen, feierte ein kleines - und von Gaesteliste.de mitpräsentiertes - Jubiläum, und auch dieses Jahr schauten wieder sympatische Leute auf und vor der Bühne vorbei, um gemeinsam zu feiern. Leider mussten kurz zuvor Von Spar ihren Auftritt absagen, doch das sollte dem ohnehin großartigen Line-Up keinen Abbruch tun.
No One's Choice, Desesperado, Chung und die Sondaschule eröffneten Olgas-Rock 5 und trieben erstmal erfolgreich die Regenwolken von dannen - das Hansa-Pils-beseelte, Punkrock-geeichte Publikum wusste danach mit Sometree nicht so recht etwas anzufangen, aber trotzdem (um nicht zu sagen: gerade deshalb) war deren Auftritt ganz ausgezeichnet. Eigentlich sollte man ja meinen, dass der angenehm altmodische Indierock / Emocore (oder wie auch immer sich dieses nicht kaputt zu kriegende Genre gerade schimpft) der Hannoveraner viel besser in einen kleinen Kellerclub mit engem Publikumskontakt passt, schließlich lebt die Musik der Band ja zu einem nicht unerheblichen Teil von ihrer Intensität, doch auch auf der großen Bühne in Oberhausen, noch dazu bei Tageslicht, funktionierte der Sound ganz ausgezeichnet. Wohl auch deshalb, weil die Songs von Sometree nicht nur vor gesunder Härte strotzen, sondern auch gerne ein wenig vertrackt sind. Musik mit Köpfchen eben. Gut war der Auftritt nicht zuletzt auch Dank eines Gitarristen, der sich herrlich auf der Bühne gehen ließ und ein ums andere Mal sein Arbeitsgerät und seine Haare durch die Luft wirbeln ließ. Vielleicht ist ja auf dem Rockolymp zwischen Sonic Youth und My Bloody Valentine noch ein Plätzchen frei?

Nachdem letztes Jahr beim Olgas-Rock die Rheinländer Urlaub in Polen bewiesen hatten, dass man nicht immer eine große Besetzung braucht, um auch live 1A abzuräumen, kamen dieses Jahr die Hamburger Spillsbury mit dem Nötigsten - sprich: Zwei Mikros, einem Bass und der Play-Taste für die Backingtapes - aus. Ein Jahr, nachdem sie uns mit ihrem Debütalbum "Raus!" restlos überzeugen konnten, verwehrten uns Spillsbury zwar einen Ausblick auf ihre hoffentlich demnächst folgende zweite Platte, doch die Hits des Erstlings, von Zoe und Tobias ohne Ausnahme und in der gewohnt energiegeladenen Art und Weise rübergebracht, konnten dafür mehr als nur ein wenig entschädigen. Der Electro-Punk-Hype wird genauso schnell verschwinden, wie er gekommen ist, aber Songs wie "Kurz vor vier", "Raus!" oder "Das Spiel ist aus" werden bleiben. Wetten?

Muff Potter musste man danach einfach lieben - allein schon deshalb, weil ihr Drummer, quasi einen Steinwurf von Altenessen entfernt, stilecht mit einem Kreator-Shirt angetreten war. Die Jungs wissen halt, was sich gehört. Der Bandbus war groß genug, um noch die notwendige Bühnen-Deko mitbringen zu können - so ein paar Stehlampen machen eine Bühne doch noch ein wenig mehr heimelig. "Laute Gitarrenmusik", wie die Band selbst ihre Musik im Gaesteliste.de-Interview beschrieb, sollte dann auch noch geboten werden - und zwar in einem gelungenen Mix aus alten und neuen Songs. Zwar hat die Aufforderung an's Publikum, auf Handzeichen "Lukas" zu rufen (die Aktion sollte für einen obskuren Kurzfilm-Krimi aufgezeichnet werden), nicht reibungslos funktioniert, aber es kann ja nicht immer alles klappen. Musikalisch jedenfalls hat's gepasst.

Für einen würdigen Abschluss von Olgas-Rock 5 sorgten - übrigens nahezu perfekt im Zeitplan - die Koblenzer Blackmail. Kurz zuvor am gleichen Abend hatten sie noch vor zigtausenden Leuten in der Kölnarena als Support für Lenny Kravitz gespielt, sind dann flugs rüber in den Ruhrpott gekommen, um wieder einmal zu zeigen, dass sie ihrem Ruf als erstklassige Live-Band mehr als nur gerecht werden würden - auch wenn vielleicht nicht alle Anwesenden und Blackmail-Neulinge mit dem Humor der Band umzugehen wissen. Hier gibt es keine "Seid ihr gut drauf?"-Ansagen, sondern hier lässt man den Rock N Roll sprechen, garniert mit ein paar bissigen Sprüchen. Das gibt dem Ganzen noch eine spezielle Note. Ein exzellentes, ausuferndes "Friend" beendete den offiziellen Bühne-Rock-Teil von Olgas-Rock 5 - und lässt bereits jetzt die Vorfreude auf eine weitere Ausgabe im nächsten Jahr aufkeimen. Wenn wieder etablierte Bands neben hoffnungsvollem Nachwuchs (z.B. in den Umbaupausen im Folkclub auf der kleinen Bühne nebenan) den Olga-Park in Oberhausen rocken werden.

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Surfempfehlung:
www.olgas-rock.de
www.blackmail-music.de
www.muffpotter.net
www.spillsbury.de
www.sometree.de
www.sondaschule.de
www.chungmusic.de
www.desesperado.de
www.no-ones-choice.de
Text: -David Bluhm & Carsten Wohlfeld-
Foto: -David Bluhm-


 
 

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