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Konzert-Bericht
 
The Making Of A Rock Goddess

Susan Cowsill

Köln, Underground
01.10.2004

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Susan Cowsill
"Ich muss noch ein wenig an meinem Image als Rock-Göttin arbeiten", meinte Susan Cowsill, als sie bei ihrem Debüt als Solo-Headlinerin beim Kölner Konzert zwischendurch auch mal zur elektrischen Gitarre griff, "weil ich ansonsten ja doch eher der mütterliche Typ bin." Das war schon einer der besseren Gags, der an diesem Abend von der Bühne sprudelte - und das natürlich auch nur deswegen, weil es natürlich keinen Rock in dem Sinne gab. Susan blieb sich auch live selber treu. D.h.: Wer den songorientierten Stil der Continental Drifters und deren Vorliebe für vertrackte kleine Folkrock-Epen mag, der ist natürlich auch bei Susan Cowsill an der richtigen Stelle.
Zusammen mit einer bemerkenswert kreativen Band - zu der außer ex-Drifters-Drummer und nun-Ehemann Russ Broussard auch die beiden Songwriter Chris Knotts und Rob Savoy gehörten - präsentierte Susan vorwiegend ihr neues Baby - in dem Falle das Solo-Album "Just Believe It". Natürlich wurde das Set angereichert durch einige veritable Drifters-Tracks wie "Rain Song" oder "Snow" - wobei allerdings auffiel, dass Susan mit dem Kapitel wohl erst mal abgeschlossen hat, denn sie musste sich von ihren Kumpels sogar die Titel der Drifters-CDs zurück ins Gedächtnis rufen lassen. Abgerundet wurde das Programm übrigens erstaunlicherweise von je zwei eigenen Beiträgen von Chris Knotts und Rob Savoy. So etwas ist ja durchaus nicht selbstverständlich, zeigte aber, dass Susan - wie bei den Drifters auch - zunächst und vor allem ein Teamplayer ist. Die Performance beschränkte sich an diesem Abend auf das musikalisch Notwendige - was nicht heißen soll, dass nicht die Kommunikation mit dem Publikum gesucht wurde. Ganz im Gegenteil: Susan, die ja schon von den Drifters her als nicht eben schweigsam bekannt ist, redete sich - vergleichsweise nervös und fahrig - quasi um Kopf und Kragen und erzählte viel wenig wissenswertes und jede Menge unverständliche, unlustige Anekdoten. Schön zu sehen, dass auch ausgebuffte Vollprofis noch wissen, was Lampenfieber ist. Immerhin erfuhren wir so, dass die Granny in "Nanny's Song" auf einer wahren Person basiert.

Was die Performance als solche betraf, so stand die Sache nicht unter dem günstigsten Stern. Zu Beginn des Konzertes war außer dem vollständigen Blue-Rose-Fanclub Fraktion Köln / Bonn schlicht niemand zugegen. Zwar besserte sich das später noch bis auf ca. 40 Figuren, aber ein besonders beruhigender Publikumspuffer war das wirklich nicht. Dann ist das großteils leere Underground selber ja auch optisch nicht unbedingt geeignet, den Musikern ein heimeliges Bett zu sein (wenngleich es zumindest frisch gestrichen war). Und all dies schlug sich dann auch auf die Versionen der jeweiligen Stücke nieder, die als ordentlich aber nicht besonders inspiriert durchgingen. Schade eigentlich, denn wer Susan mal in guten Momenten mit den Drifters erlebt hat - wenn quasi alles stimmte - der weiß, was an Gänsehauteinheiten da ansonsten möglich gewesen wäre. So bleibt zu erwähnen, dass man so einen ordentlichen Überblick über das aktuelle Songmaterial geboten bekam; dem aber manchmal - wie z.B. im Falle des Openers "Palm Of My Hand" - so gar nichts Neues oder Abweichendes hinzugefügt wurde (einmal davon abgesehen, dass der körperlich riesige Chris Knotts eine bemerkenswert ungekünstelte Leadgitarre spielte). Insofern kamen die Beiträge der unbekannteren Kollegen durchaus gelegen - insbesondere die ein wenig aus dem Rahmen fallenden Rockabilly Songs Rob Savoys ("I Remember You"). Eine weitere Variante kam dann hinzu, als Susan und Russ im Schlussteil der Show kurzerhand die Plätze und Instrumente tauschten und wir dann so in den Genuss einer (gar nicht mal so schlecht) trommelnden Susan Cowsill kamen. Letztlich bleibt zu sagen, dass dieser Abend - unter den gegebenen Umständen - als Kampfsieg gefeiert werden durfte, dass jedoch hier noch deutlich mehr möglich scheint. Nun, vielleicht läuft es ja bei der anstehenden "richtigen" Tour Anfang nächsten Jahres besser.

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Surfempfehlung:
www.susancowsill.com
www.bluerose-records.com/main.asp?mode=artist&id=3847
Text: -Ullrich Maurer-
Foto: -Ullrich Maurer-


 
 

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