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Am Ende der Welt in der Fußgängerzone

Toni Kater
Team Blender

Essen, Grend
08.10.2004

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Toni Kater
Toni Kater aus Berlin scheint in letzter Zeit nur noch durch die Lande zu reisen, um ihre Songs vom Album "Gegen die Zeit" live darzubieten. So gastierte sie mit ihrer Band - bestehend aus Matz am Bass, Carsten an der Gitarre und Daniel am Schlagzeug - im Essener Grend, und es folgten einige Zuschauer der Einladung, sentimentale Liebeslieder glaubhaft nahegebracht zu bekommen. Denn das beherrscht Toni Kater auf jeden Fall.
Doch davor - Team Blender: Auch aus Berlin, auch eine Dame und drei Herren, auch deutsche Texte. Auf ihrem Tonträger gibt sich das Quartett als durchaus ernsthafte Popband, die keine Angst hat, auch mal richtig zur rocken, beim Auftritt in Essen dagegen präsentierten sich die vier nicht nur soundtechnisch um einiges ungeschliffener, sondern auch deutlich spaßiger. Da wurden Buttons unter denjenigen Zuschauern verlost, die Sängerin und Bassistin Barbara mathematische Fragestellungen erklären konnten, der Song "In deinen Armen" zur Aufforderung ans Publikum umgedeutet, näher zur Bühne zu kommen und sich "tränenreich" von Toni Kater verabschiedet, die nach diesem Auftritt ihre Tour ohne die Blender fortsetzen. Dabei geriet fast die Feststellung ein bisschen in den Hintergrund, dass die Band auch richtig gute Songs hat. Allen voran "Alles wird gut", das sie dann treffenderweise auch zum Schluss spielten.

Nach einer kurzen Umbaupause nahm Toni Kater den Platz hinter ihrem Keyboard ein und stimmte den Titeltrack des Albums, "Gegen die Zeit", an. Im Verlauf des Konzertes, bei dem übrigens das komplette Album und zwei bisher nicht veröffentlichte Songs gespielt wurden, wurde vor allem deutlich, dass es sich hier nicht nur um ein Studio-Projekt handelt, sondern dass hier Menschen am Werk sind, die auch das Live-Spielen lieben. Zwar konnte man schon merken, dass Toni das Sagen hat, aber wer will es ihr auch verübeln - sie ist schließlich Toni Kater. Gitarrist Carsten leistete sich ausgerechnet beim eher leisen Endteil des Stücks "Berlin" einige haarsträubende Verspieler auf der Akustischen, aber das wurde mit einem Lächeln beantwortet. Es schien sowieso auch noch eine Menge Spaß vom Team Blender-Auftritt in das Set von Toni Kater übergesprungen zu sein - was auch wiederum unterstrich, dass sich beide Bands blendend verstanden haben. Einen kleinen Seitenhieb auf die Altersstruktur der Einwohner von Essen-Steele hatte Toni auch noch parat, als sie den Song "Wo ist das Ende der Welt" ankündigte - sie dachte, es wäre in der dortigen Fußgängerzone. Mit dem an Björks "Pagan Poetry" angelehnten Stück "Sie wartet" beschloss Toni Kater ihren tollen Set - und hinterließ sicherlich eine wohlige Stimmung bei allen Anwesenden.


NACHGEHAKT BEI: TONI KATER

Vor dem Konzert in Essen traf Gaesteliste.de noch auf Anett Ecklebe aka Toni Kater, um ihr einige Fragen zum Tourleben zu stellen und um etwas über die musikalische Zukunft zu erfahren.

GL: Wenn man sich deine Musik so anhört, könnte man auf den Gedanken kommen, dass du dich eher als Studio-Künstlerin denn als Live-Act siehst. Aber dies scheint nicht der Fall zu sein, schließlich scheinst du ständig auf Tour zu sein - vor allem hier im Ruhrpott.

Toni: Ehrlich gesagt habe ich mir auch nie Gedanken um's Live-Spielen gemacht als ich die Platte gemacht habe, weil ich eben auch nicht aus so einem Band-Umfeld komme. Am Anfang war so der Gedanke, dass Live-Spielen schon irgendwie wichtig ist, gerade wenn man auf einem eher kleinen Label ist, geht es ja auch darum, sich das Publikum zu erspielen. Daran musste ich mich erstmal gewöhnen, und inzwischen ist es so, dass ich denke, dass manche Stücke live besser umgesetzt sind als auf der Platte. Wir spielen auch Sachen, die sind nicht auf der Platte drauf, das alles ist nochmal eine ganz andere Dimension, manchmal auch eine andere Interpretation - das macht wiederum Spaß und ist interessant und inspiriert mich natürlich auch beim Schreiben von neuen Stücken. Die Band bringt eben auch neue Ideen rein, gerade Daniel, der Schlagzeuger, der spielt z.B. Dinge, die ich niemals programmieren könnte...

GL: Funktioniert denn das Schreiben während einer Tour-Phase, oder dann doch lieber in der gewohnten Umgebung?

Toni: Unterwegs kommen mir schon Ideen, die skizziere ich dann mit dem Diktiergerät. Meistens habe ich einen großen Stapel mit Schnipselchen, die dann sowieso irgendwann in der Ecke landen - ich brauche also schon einen Abstand. Jetzt bin ich auch so in der Tour drin, da kann ich nicht so arbeiten.

GL: Wäre denn vorstellbar, dass die Tour- und Band-Erfahrung Einfluss auf neue Songs nehmen könnte?

Toni: Ich habe schon ein paar Ideen, die ich gerne mit der Band zusammen ausprobieren würde. Aber ich werde trotzdem weiterhin alles alleine machen, da bin ich noch nicht so flexibel, um jetzt mit einer Band neue Stücke zu schreiben, das will ich auch gar nicht - sondern eher, was jeder kann in der Band, dass er das dann einbringt in der Art und Weise, wie ich meine Songs schreibe.

GL: Spürst du denn eigentlich schon den Druck, ein zweites Album machen zu müssen? Und wie gehst du damit um?

Toni: Er ist mal da und mal nicht, und ich kann das auch nicht verdrängen. Ich habe mir aber auch schon gesagt, dass ich während dieser Tour-Phase einfach nicht dazu kommen werde, neue Stücke zu schreiben, dann macht es ja auch keinen Sinn, jeden Abend darüber nachzudenken, neue Stücke schreiben zu müssen. Es ist ja auch eine sehr schöne Zeit, auf Tour zu sein, aber ich weiß natürlich auch, dass es mir nach der Tour zuhause schwerfallen wird, mich dann wieder zu konzentrieren und disziplinieren. Da wird mir mit Sicherheit auch ewig nichts einfallen. Das kommt und kommt nicht, das kann man nie voraussagen. Mir war aber auch von Anfang klar, dass es eine zweite Platte geben wird - das hatten wir damals so ausgemacht, nur haben wir natürlich keinen genauen Zeitpunkt festgelegt.

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Surfempfehlung:
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