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TINA DICO
05.04.2016

Tina Dico Eigentlich ist Tina Dico mit ihrem aktuellen Album "Whispers" bereits zwei Mal durch unsere Lande getourt. Doch lässt es sich die inzwischen in Reykjavik lebende Dänin nicht nehmen, anlässlich der Neuauflage des Albums - die auch die zwischenzeitlich erschienenen neuen Titel "Spark" und "Ask Me Again" enthält - nun noch ein Mal auf unseren Bühnen zu erscheinen. Das tut sie aber nicht nur aus Promotion-Gründen, sondern weil sie in Deutschland ihr treuestes Publikum hat.

Auf dieser Tour hat sie sich zudem Orte ausgesucht, die sie zuvor noch nicht so oft bespielt hat. Musikalisch wird diese Tour so ähnlich orientiert sein, wie ihre erste "Whispers"-Tour - nur dass sie dieses Mal im Trio-Format mit ihrem Gatten Helgi Jonsson und der Perkussionistin Marianne Lewandowski auftritt. Wie zuvor, wird es auch dieses Mal keinen Bassisten geben. Was ist eigentlich der Grund hierfür? "Das 'Whispers'-Album ist ja eher akustisch orientiert und ich wollte auf dieser - irgendwie nackten und rauen - Stimmung aufsetzen", erläutert Tina, "wenn man nämlich einen ordentlichen Bassisten dabei hat, dann sollte man auch besser ein komplettes Drum-Set dabei haben - und dann hat man plötzlich eine komplette Band und es droht, dann doch laut und rockig zu werden. Ich mag so etwas, wenn wir mit der kompletten Band bei Festivals im Sommer auftreten - aber bei den aktuellen Hallen-Konzerten wollte ich einen subtileren Ansatz - in schönen Locations mit perfektem Sound. Es soll hierbei meine akustische Gitarre die treibende Kraft sein - und nicht die Rhythmusgruppe. Und ich genieße diese Intimität genauso wie die Konzerte mit der gesamten Band." Dabei verändert Tina ihre Arrangements von Fall zu Fall mehr oder minder stark - was natürlich für jeden aufrechten Konzertgänger erfreulich ist. Wie funktioniert denn das Ganze? "Das werden wir natürlich dieses Mal wieder genauso machen", berichtet Tina, "es ist dies eine tolle Art, nicht selbst an seinem Material zu ermüden. Es ist, als zöge man den Liedern neue Kleider an - aber ohne mit der Seele des Songs herumzuspielen, denn das ist mir das Allerwichtigste - dem Song treu zu bleiben. Ich mag es aber, eine neue Dynamik oder neue Nuancen in einem Song zu finden. Auf gewisse Weise bedeutet das auch, dass der Song mit mir zusammen älter wird. Auf diese Weise spiegeln die Songs mein aktuelles Leben wider - auch wenn ich sie z.B. vor zehn Jahren geschrieben habe." Dabei hilft sicherlich auch der Multiinstrumentalist Helgi, oder? "Na und ob", bestätigt Tina, "mit Helgi zu spielen, hat mir in dieser Beziehung die Augen geöffnet. Er hat immer frische, neue und andere Ideen für meine älteren Songs und das finde ich jeden Abend aufs Neue aufregend." Das heißt ja in gewisser Weise, dass die Musik auch eine Art Eigenleben entwickelt, nicht wahr? "Wenn es irgendetwas gibt, das ich ganz genau weiß, dann ist es der Umstand, dass Musik ein Eigenleben hat", bestätigt Tina, "in meinem persönlichen Leben bin ich so eine Art Control-Freak. Aber meine Musik kann ich nicht kontrollieren. Sogar wenn ich schreibe, führt mich meine Musik oft in Richtungen, von denen ich gar nicht wusste, dass ich in diese gehe. Deswegen liegt mir die Musik auch so am Herzen. Es ist schon fast wie eine Erleichterung: Ich muss mich einfach ergeben und die Musik 'ihr Ding' machen lassen. Eigentlich ist das ganz schön erstaunlich."

Ein interessanter Aspekt das 'Whispers'-Album betreffend - das ja teilweise aus Beiträgen zu dem Filmsoundtrack "En du elsker" bestand - ist der Umstand, dass Tina hier einige Songs aus der Perspektive eines Mannes singt. Da ist ihr scheinbar leicht gefallen, oder? "Ja, ich fand das sehr einfach", bestätigt sie, "denn ich habe festgestellt, dass viele der Themen, die dieser bestimmte Charakter im Sinn hatte, dieselben sind, die sich auch in meinem Leben finden. Wir sind da also nicht so unterschiedlich. Mal ein Beispiel: Ich kann Songs von Leonard Cohen singen und diese genauso intensiv empfinden, als hätte ich sie selbst geschrieben. Wenn es um Musik, Poesie und Geschlecht geht, gibt es da für mich keine klaren Trennungen." Das heißt aber auch, dass ein Songwriter manchmal eine Art Schauspieler sein muss. "Absolut", meint Tina sehr bestimmt, "zumindest haben die meisten Songwriter - wie die Schauspieler auch - einen Zugang dazu, sich eine Menge Dinge vorstellen zu können. Wie die Fähigkeit, den Geist in unbekannte Gefilde streifen zu lassen, dort zu verweilen, sich ein wenig umzuschauen und sich eine Weile vorstellen zu können, dass das die Realität ist." Und wie nutzt man das beim Schreiben von Songs? "Wenn ich mal einen langweiligen professionellen Standpunkt vertreten darf, dann würde ich sagen, dass ein guter Song ein starkes inhaltliches Gerüst, ein paar klar definierte Hooks, solide Reime und eine Melodie, die eine gewisse ästhetische Entwicklung mitmacht, braucht", überlegt Tina, "aber das ist eigentlich nur blablabla. Wenn ein Song mich bewegt, dann ist das auch ein guter Song. Und öfters werde ich durch unerwartete Dinge mit einer eigenartigen Ästhetik, schlechten Reimen und kaum Text bewegt. Ich kann also gar nicht sagen, was ein guter Song ist - ha, ha, ha." Wie stellt sich Tina Dico ihre musikalische Weiterentwicklung vor? "Das kann ich wirklich nicht sagen", führt sie aus, "im Moment ist alles möglich. Ich fange jetzt langsam an, Material für mein nächstes Album zu schreiben. Ich würde gerne versuchen, den eher rohen, akustischen Sound von 'Whispers' mit einer modernen Geradlinigkeit zu verbinden. Aber gleichzeitig fühlt ein anderer Teil von mir, dass es in der modernen Musik viel zu wenig altmodisches Geschichten-Erzählen und ich will mich dann gleich hinsetzen und mehr Songs in der Art von 'Friend In A Bar' oder 'Magic' schreiben. Und ich habe gerade einen Steinway-Flügel bekommen - vielleicht steht also auch ein Piano-Album in den Karten? Wir werden sehen, was passiert!"

Tina Dico live:

19.04.2016 - Rostock (D) - Volkstheater 
20.04.2016 - Essen (D) - Lichtburg
21.04.2016 - Düsseldorf (D) - Capitol Theater
22.04.2016 - Darmstadt (D) - Staatstheater
23.04.2016 - Ludwigshafen (D) - Feierabendhaus
24.04.2016 - Leipzig (D) - Werk 2
26.04.2016 - Potsdam (D) - Nikolaisaal
27.04.2016 - Hannover (D) - Pavillon
28.04.2016 - Hamburg (D) - Thalia Theater
29.04.2016 - Kiel (D) - Schloß


 
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