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AT THE B-SITES
02.06.2016

At The B-Sites Was - bitteschön - ist ein Kopfhörer-Festival? Dazu muss man wohl etwas ausholen. In der Domstadt gibt es seit einigen Jahren ein eigenartiges Phänomen zu beobachten: Das sind Live-Konzerte an durchaus unüblichen Orten, die zudem bis kurz vor dem Konzertbeginn geheim gehalten werden. Auf diesen Konzerten gibt es aber nichts zu hören - es sei denn, man verwendet einen der von den Veranstaltern zur Verfügung gestellten Kopfhörer. Das Prinzip ist dort unter dem Projektnamen "At The B-Sites" bekannt - und nun gibt es erstmalig ein ganztägiges Festival, bei dem nun ebenfalls Kopfhörer anstatt Verstärkertürmen zum Einsatz kommen. Vorteile hat das so einige: Man kann die Lautstärke als Zuhörer selbst bestimmen, man wird nicht durch Umgebungs-Geräusche gestört, die Anwohner werden nicht belästigt und die Soundqualität ist für alle Zuhörer identisch. Der Unterschied zu der o.a. Konzertreihe ist dabei dann der, dass der Veranstaltungsort - der rechtsrheinisch auf der Deutzer Seite des Rheins gelegene Jugendpark zwischen Mülheim und Deutz - bereits vorab feststeht, und nicht erst kurz vorher konspirativ bekannt gegeben wird.

At The B-Sites
Das weltweit erste Open-Air-Kopfhörer-Festival im Kölner Jugendpark
am Samstag, 18.06.16

Das international besetzte, exklusive Line-Up kann sich dabei sowohl sehen, wie auch hören lassen - übrigens ohne Rücksicht auf die Lautstärke der betreffenden Acts:

Der Kölner Lokalmatador Juri Rother bietet - mit Unterstützung seines Kollegen Pierre Pihl dabei klassische, deutschsprachige Singer-Songwriter-Kost im locker-fluffigen Pop-Gewand. Das Duo Juri nennt diese Kunstform wohl nach der soeben erschienenen EP "Neopop".

Der in Berlin residierende und in Dublin aufgewachsene Italiener Flo Bo Riva arbeitet sich mit einer bemerkenswert voluminösen Raubein-Stimme durch ein klassisches, englischsprachiges Singer-Songwriter-Oeuvre mit Rock-Ansätzen. Auf dem Festival präsentiert er sich erstmals mit Band und bewirbt seine erste EP, die von Robert Stephenson von den Mighty Oaks produziert wurde.

Das Duo-Projekt Keøma entstand in Köln, als sich Chris Klopfer und Kat Frankie nach einem ihrer Konzerte in der Domstadt kennen und schätzen lernten. Nachdem Kat zunächst nur einen Gastauftritt bei Chris' eigenem Projekt absolvieren sollte, erwuchs daraus dann eine eigene Band, die es mit dem Song "Protected" über einen Eurovision-Vorentscheid auch schon ins öffentliche Bewusstsein schaffte.

Über Cherilyn MacNeil's Projekt Dear Reader in Köln noch etwas erzählen zu wollen, hieße Euros nach Athen tragen zu wollen - schließlich gehört die in Berlin lebende Südafrikanerin zu den gewohnheitsgemäßen Stammgästen auf den Bühnen der Stadt (und ist auch eine B-Sites-Veteranin). Mal sehen, was es dieses Mal gibt, denn nach der Veröffentlichung ihres letzten Albums "Rivonia" hat sich Cherilyn zuletzt auf Filmmusik und akustische Variationen ihres Materials konzentriert.

Ebenfalls aus Berlin stammt das Quartett Abby, das sich auf eine recht eigenständige Art des Powerpop spezialisiert hat. In dem Fall geht es dabei um melodischen Art-Pop in dem flächige Keyboard-Passagen und -Sequenzen den Gesang von Frontmann Filou umgarnen. Dabei bleibt es nicht bei der Club-Musik, denn die Songs selbst sind prinzipiell durchaus als klassische Rocksongs angelegt.

Die belgische Band Balthazar zählt zu recht zu den besten Live-Acts des an guten Live-Acts ja nicht eben armen Nachbar-Landes. Natürlich hilft es, dass die Musik des stilistisch eher ungebunden agierenden Quintetts - natürlich auch auf der aktuellen Scheibe "Thin Walls" - grundsätzlich sowieso ziemlich orchestral ausgerichtet ist. Es ist dann jedoch eher das begeisternde Miteinander (und zuweilen auch Durcheinander) der Musiker, die den eigentlichen Reiz einer Balthazar-Performance ausmachen.

Von einer potentiell härteren Gangart zeigen sich für gewöhnlich die Australier The Temper Trap, die bei ihren Konzerten auch schon mal ganz schön hinlangen können. Allerdings ist das neue Album des Quartetts - "Thick As Thieves" - dann doch betont poppig ausgefallen. Neben den zwar nach wie vor vorhandenen, aber oft digital verfremdeten Gitarrenkaskaden dominieren hier eher hymnische Mitsing-Refrains, großangelegte Chöre und pulsierende Bassläufe, während die Rock-Elemente nur noch einem Rahmen bilden. Ohrenschmerzen dürften also keine zu erwarten sein.

Der Schwede José Gonzalez wäre bislang ja durchaus eine sichere Bank für eine Veranstaltung gewesen, auf der es eben nicht um orchestrale Lautstärke geht, denn auf seinen letzten Alben hatte sich der Mann stets besinnlich und zurückhaltend präsentiert. Allerdings beschloss er dann, auf seinem aktuellen Album "Vestiges & Claws" einen Zacken zuzulegen und sich - vermutlich auch beeindruckt von seinem Bandprojekt Junip - musikalisch etwas fülliger und orchestraler als bislang gewohnt darzustellen. Es steht also zu erwarten, dass sich Gonzalez auch im Solo-Kontext nun musikalisch griffiger präsentiert.


 
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