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28.06.2013
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Julie Doiron - So Many Days

Julie Doiron - So Many Days
Aporia/Broken Silence
Format: CD

Mit ihrem zwischenzeitlich 13. (!) eigenen Werk ist die Kanadierin Julie Doiron an einem Punkt angekommen, an dem sie sich durch nichts mehr erschüttern lässt. Klagte die Dame in den letzten Jahren auch schon mal über Erschöpfungszustände und das Problem, ein freies Künstlerleben mit den Regularien des Familienlebens zu koordinieren, so ist auf "So Many Days" davon nun wahrlich nichts mehr zu erahnen. Denn hier zeigt sich Julie von einer dergestalten heiteren Gelassenheit, dass das neue - immerhin in drei verschiedenen Städten und über einen längeren Zeitraum aufgenommene - Material eine ungewöhnliche Konsistenz und Souveränität ausstrahlt. Und das, obwohl sich Julie und ihr langjähriger musikalischer Partner aus Eric's Trip-Zeiten Rick White mit diesem Schlusspunkt einer 2007 begonnenen Trilogie durchaus musikalisch treu bleibt.

Die Songs sind immer noch recht komplex bis sperrig konstruiert (was daran liegt, dass Julie ein entsprechendes Äquivalent für ihre vertrackten, wortreichen Lyrics benötigt) und die Produktion folgt konsequent der Ästhetik von Julies Indie-Vergangenheit - gleichwohl sie sich als Sängerin im Laufe der Jahre über die Maßen weiterentwickelt hat. Da wird also weniger auf Schönklang denn auf emotionale Dynamik Wert gelegt und obwohl es sich hier nominell irgendwo um den vielbesungenen Folkpop handelt, gibt es immer wieder Passagen mit Druck und Punch. Kurzum: "So Many Days" ist ein hochemotionales, persönliches und vor allen Dingen rundes Indie-Meisterwerk.



-Ullrich Maurer-


 

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