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Flaming Row - Mirage - A Portrayal Of Figures

Flaming Row - Mirage - A Portrayal Of Figures
Progressive Promotion
Format: CD

Nicht kleckern, wundern. Denn ein Mirakel ist das Ganze schon irgendwie... Dass auch aus deutschen Landen Progrock-Opern von internationalem Format kommen können, haben Martin Schnella (guit, bss, key, perc, voc, komp), Kiri Geile (voc, story), Marek Arnold (key, sax, clarinet, blockflöte) und Niklas Kahl (drms) ja schon mit dem Flaming Row-Erstling "Elinoire" und mit Glanz und Gloria vorgeführt. "Mirage" aber zielt noch weiter. Erstens was den Umfang betrifft, denn das Ganze ist als Trilogie angelegt - Teil 2 wird 2015 veröffentlicht.

Zweitens zeitlich, denn die Story von "A Portrayal Of Figures" ist in der Zukunft angesiedelt. Nur so viel dazu: wir befinden uns im 3. Weltkrieg der Menschheit, was die Chefs des Universums, den "Magistrat" dazu anstiftet, diese lästige Rasse endlich verschwinden zu lassen. Sonnenstürme sollen nun alles Leben auf der Erde vernichten (ziemlicher Kollateralschaden), doch natürlich gibt es da eine kleine Gruppe niemals aufgebenden, die sich widersetzt und um das Überleben der Welt kämpft... Für reichlich Drama ist also gesorgt.

Dass dies auch musikalisch fühlbar wird, dafür sorgt drittens eine so noch nicht gesehene Gästeliste ausgewiesener Meister ihres Fachs. Es ist Martin & Co. gelungen, Musiker von internationalen Progressive Rock/Metal Top Acts wie Pain Of Salvation, Spock's Beard, Haken, Enchant, Ayreon, Neal Morse Band, Shadow Gallery zur Teilnahme zu bewegen. Zur Rockoper wird das Ganze, da insgesamt zehn Sängerinnen und Sänger die Rollen der Geschichte zum Leben erwecken. U.a. mit an Bord: Ted Leonard (voc; u.a. Transatlantic, Enchant), Maggy Luyten (voc; u.a. Beautiful Sin, Ayreon, Epysode), Anne Trautmann (voc; u.a. Seven Steps To The Green Door), Simon Moskon (voc; u.a. Cryptex). Aber auch der selbst bei Rockopern nicht völlig unerfahrene A.A. Lucassen (guit), Gary Wehrkamp (guit; Shadow Gallery), Kristoffer Gildenlöw (bss), Johan Hallgren (voc; Ex-Pain Of Salvation), Dave Meros (bss), Leo Margarit (dms) haben sich eingebracht. Muss man mehr sagen?

Nun, vielleicht noch so viel, dass das Album trotz so vielfältiger Zutaten wie aus einem Guss wirkt und eher als kontinuierlicher Fluss denn als eine Folge von Einzelstücken erlebt wird. Zu den dennoch ausmachbaren Höhepunkten gehören die beiden als Rahmen fungierenden Teile des Titelstückes, bei dem neben akustischer Gitarre, Klarinette, Saxophon und einem "Jeremy Bender"-Bar-Piano auch Growls zu vernehmen sind, die Arrangements von "Pictures" und generell die weiblichen Stimmen des Ensembles, u.a. auf "Burning Sky". Apropos Titelstück: Erinnert dieses Thema beispielsweise ab Minute 15 von "Pt. 2" nur den Rezensenten durchaus angenehm an "Play The Game Tonight" von Kansas?

U.a. auf "Aim L45" verbreiten die Uilleann Pipes und Tin Whistles von Jens Kommnick eine keltisch-idyllische Stimmung. "Journey To The Afterlife" bringt nicht nur ein Wiederhören mit dem wunderbaren Simon Moskon, sondern auch mit der "Vogelhochzeit" aus dem Volksliedschatz. In Summe eine prallvolle musikalische Schatztruhe mit Pretiosen von ProgMetal über Folk bis Hardrock und A.O.R. Das üppige, hübsch gestaltete Booklet verhilft zu allen einem vertieften Genuss förderlichen Informationen. Und die limitierte Doppel-CD-Digipack Edition enthält auf CD2 einen Instrumentalmix des Albums.



-Klaus Reckert-


"Burning Sky"
"Aim L45"


 
 
 

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