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Tonträger-Review
 
Gov't Mule feat. John Scofield - Sco-Mule

Gov't Mule feat. John Scofield - Sco-Mule
Provogue/Mascot/Rough Trade
Format: 2CD

Spannende Zeiten für Gov't Mule-Fans! Grade noch hatten uns ihre aus dem Jahr 2008 stammenden Interpretationen von Pink Floyd-Material begeistert ("Dark Side Of The Mule"; Review auf Gaesteliste.de), da legt die Formation bereits mit bereits aus dem Jahr 1999 stammenden Aufnahmen nach, die erstmals offiziell veröffentlicht werden.

"Sco-Mule" dokumentiert Live-Kooperationen mit dem gefeierten Jazz-Rock-Gitarristen John Scofield (mit dem die Band aktuell in den USA wieder tourt). Es handelt sich um zwei Shows mit "Sco", eingespielt gemeinsam mit den beiden Maultiertreibern Warren Haynes (guit, hier mal kein Gesang), Allen Woody (bss) sowie Dr. Dan Matrazzo (key; u.a. Aquarium Rescue Unit, Clarence "Gatemouth" Brown; Sessions mit The Allman Brothers, Widespread Panic, Steve Vai, John Scofield u.v.a.) und schließlich Jimmy Herring (guit; Widespread Panic). Dieses illustre Team widmet sich neben eigenen Kompositionen auch solchen von James Brown oder Wayne Shorter.

Das sorgfältige Abmischen und Mastern des alten Live-Mitschnitts hat sich gelohnt, denn zum einen klingen die Aufnahmen so authentisch wie rattenscharf, zum anderen erweisen sie sich als Fest für Fans von Jam-Rock, Jazz-Rock, Blues-Rock und allen Crossover-Formen, die sich daraus ergeben.

Beispielsweise "Hottentot" eröffnet Set 1 mit zunächst knalliger Fusion, dann zunehmendem Swing-Anteil, sowie ausgedehnten Wah-Gitarren- und Keyboard-Soli. An "Tom Thumb" begeistert u.a. Allens Kontrabass- und des Doktors E-Piano-Spiel. "Doing It To Death" beginnt funky und wird dann tonal recht frei. Generell aber lässt sich sagen, dass Scofields bei diesen Konzerten verblüffend eingängig unterwegs ist, während er bei seinen eigenen Veröffentlichungen bei aller allgemein anerkannten Virtuosität gelegentlich harmonisch und soundtechnisch eine deutlich kühlere, ja schroffere Visitenkarte abgibt. Bestes Beispiel ist vermutlich das ungemein melodische "Birth Of The Mule", ein instrumentales Southern Rock-Epos. Apropos southern: "Kind Of Bird" von den Allman Brothers begeistert mit einem "Foxy Lady"-Zitat (bzw. "Wind Cries Mary" beim zweiten Set) sowie triumphalen Bass- und Keyboard-Soli.

Die Höhepunkte von Set 2 ("Bonus Disc") bieten der unwiderstehliche Rhythmus von "Devil Likes It Slow" und das abschließende "Afro Blue" von Mongo Santamaria. Dessen "klassische" Interpretationen von beispielsweise John Coltrane oder der Derek Trucks Band scheinen kaum zu überbieten, diese scofieldisierte, laid-back-Fassung ist aber ebenfalls grandios.



-Klaus Reckert-


"Tom Thumb"


 
 
 

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