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Van der Graaf Generator - The Box

Van der Graaf Generator - The Box
Virgin
Format: 4CD

Wir schreiben das Jahr 1967: Hendrix ist auf den britischen Inseln auf Tour. Und Charisma, eines der derzeit wichtigsten britischen Label, geführt vom charismatischen Tony Stratton Smith, schickt ein Dreierpackage auf erfolgreiche Live-Tournee, das sich mehrfach im Schleudergang gewaschen hat: Genesis, Lindisfarne und Van der Graaf Generator. Genesis gab damals übrigens noch die Vorgruppe...

Diese Anekdote sagt viel über die Bedeutung dieser bis heute unter Musikern enorm einflussreichen frühen Pioniergruppe der sogenannten progressiven Musik. Und sie entstammt dem prächtigen, hochkantformatigen schwarzen Denkmalstein in Form einer 4-CD-Box, das Virgin diesem Bandphänomen gesetzt hat.

Das 50-seitige Booklet ist von Fotos und Druck her das beste, was unsereiner in der Hinsicht je sah, wird aber vollends einzigartig dadurch, dass hier ausschließlich die Bandmitglieder oder Zeitzeugen wie z. B. Tony Banks zu Worte kommen. Und dabei bleibt kein Auge trocken. Beispiele? Treffen der Band mit Marc Bolan oder den Nice, bei Live-Auftritten erscheinende Ufos, die Story hinter den Line-Up-Wechseln der Band, das ewige (heute amüsant zu lesende) Gehampel mit der stets zwischen Ohnmacht und Größenwahnsinn oszillierenden Plattenfirma. Schwer den Geist der 60er atmet auch folgende Szene, bei der das ehemalige Bandmitglied Judge Smith auf Graham Bond (selber als Blueser bis heute eine Berühmtheit) traf: "Da saß also diese Erscheinung, aber wir wussten nicht ganz, wie wir reagieren sollten. Klar, es war wohl Graham Bond, aber er trug ein psychedelisches Minikleid zu rosa Strumpfhosen. [...] Er war umgeben von einem Berg von Einkaufstüten, die alle die mit der Vietkong-Flagge verziert waren. Er saß nur da und starrte vor sich hin, während ihm der Rotz das Gesicht 'runterlief, und Lou (Mercury-Boss Lou Reizner) sagt 'Hallo Jungs, das ist Graham Bond, euer neuer musical director."

Die Musik von VDGG bedarf vermutlich keiner Vorstellung, das Niveau der Zusammenstellung lässt jedenfalls keinerlei Wünsche offen. Und da die Box in rauhen Mengen unveröffentlichtes oder rares (BBC-) Live-Material enthält, ist sie einer der seltenen Fälle, wo auch gut bestückte Fans der Band mehr als in Versuchung geraten können.



-Klaus Reckert-




 
 
 

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