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Tonträger-Review
 
Pete Yorn - Nightcrawler

Pete Yorn - Nightcrawler
Red Ink/Rough Trade
Format: CD

Nicht umsonst heißt diese Scheibe "Nightcrawler": Laut Pete Yorn ist dieses neue Werk der Abschluss einer Trilogie, in der er sich mit dem Verlauf eines Tages beschäftigt, zu dem nun auch mal die Nacht gehört. Nun wäre Pete Yorn nicht der zu Recht vielgelobte, geschickte Songwriter, der er ist, wenn sich hier bloß "night" auf "light" reimte. Seine Nacht ist eine ziemlich düstere: Von Vampiren, Isolation, Runaways, zerbrochenen Flaschen und metaphorischen Bühnen im Himmel handeln seine neuen Songs. Unterstützt von ein paar Gästen, wie Leon Russell, den Dixie Chicks und Dave Grohl entfacht er ein stilistisch vielseitiges musikalisches Feuerwerk, das ihn als inspirierten, energischen Kompositeur zeigt, der trotz durchaus konventioneller Ansätze seinen eigenen Stil gefunden hat. Der besteht z.B. darin, dass er sich nicht um Schönklang bemüht, sondern mehr um eine organische Herangehensweise, die es ihm z.B. ermöglicht, mühelos elektronische Sounds wie Drumbeats oder Loops in sein Klanguniversum zu integrieren, ohne dass die Sache nach einem Elektronikfrickler klänge. Dafür steckt auch zu viel Seele und Herzblut in den Geschichten, die Yorn vorträgt. Die von Kollege Bluhm noch bei der letzten CD angemängelte Durststrecke scheint mit dieser Scheibe jedenfalls überwunden. Und: Die neugewonnene musikalische Selbstsicherheit setzt Yorn nun auch endgültig von jenen Kollegen ab (namentlich - und je nach Bedarf, wie Carsten Wohlfeld anmerkte - Bruce Springsteen und Elliott Smith), mit denen er bislang immer verglichen wurde.


-Ullrich Maurer-



 
 
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