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Die Sterne - Räuber und Gedärm

Die Sterne - Räuber und Gedärm
V2/Rough Trade
Format: CD

Was hat man über den Titel des achten Sterne-Studioalbums nicht schon für Häme ausgeschüttet! Na klar, "Räuber und Gedärm" ist ein selten blöder Kalauer - aber Die Sterne sind die einzige Band, der man solch einen Fauxpas nicht übel nehmen kann. Der Titel des Stückes "Unsere Ideen sind... genital" ist ja sogar noch schlimmer, abgegriffener und unlustiger. Damit haben wir aber auch schon die schwächsten Stellen des neuen Albums angesprochen, abgehakt und weggesteckt.

Konzentrieren wir uns auf die vielleicht beste Sterne-Platte seit "Posen"-Zeiten. Schon wieder jede Menge Slogans, die auf T-Shirts passen, wie "Es ist für seine Größe eigentlich ziemlich klein" oder "Wenn ich realistisch bin, verlass ich grundsätzlich nicht das Haus" oder "Nur noch ein einziger Gegner, er nennt sich Wirklichkeit". Schon wieder mindestens ein Song, der sich problemlos mitten in die Bestenliste der Bandgeschichte einreihen lässt, obwohl er denkbar einfach gestrickt ist: "Aber andererseits", eine druckvolle, sternetypische Uptempo-Nummer und zugleich folgerichtig die erste Singleauskopplung.

Mit "Das Weltall ist zu weit" hatten Die Sterne nach kurzzeitigem Rückzug ins relativ Unpolitische wieder einen klaren Standpunkt bezogen. "Räuber und Gedärm" macht genau da weiter. Wieder wird gerne Konsumkritik geäußert (im schön dreckigen Punkoutfit von "Billig!"), werden die verschärften Lebensbedingungen im Sozialstaat in schmissigem Garagenrock formuliert ("Es gibt nichts spannenderes"). Trotzdem wird hier nicht mit Parolen gearbeitet, sondern in den Texten viel Spielraum für eigene Interpretation gelassen. Die meisten der Songs sind gemeinsam "erspielt" worden, und das hört man. Die Band klingt viel kompakter als noch beim "Weltall"-Album, Keyboarder von Schulenburg ist endgültig im bandinternen Kosmos angekommen. Die Sterne sind weiterhin unbestritten die Größten von all denen, die in heutiger Zeit deutsche Musik machen. Sie haben den Grundstein gelegt für all ihre Epigonen, und sie machen es immer noch am besten. Daher: "Noch einen auf den Status Quo"!



-Tina Manske-




 
 
 

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