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Tonträger-Review
 
Shrimp Boat - Something Grand

Shrimp Boat - Something Grand
Skycap/Rough Trade
Format: 3CD

Bevor sie mit The Sea And Cake zu einer der meistgeschätzten US-Bands der 90er Jahre aufstiegen, hatten Sam Prekop und Eric Claridge bereits einige Jahre als Teil der Band Shrimp Boat damit verbracht, ungewöhnliche Taktarten, Jazz-Strukturen und ausgefallene Rhythmen auf ihre popmusikalische Tauglichkeit hin abzuklopfen. Fünf Alben veröffentlichte das Chicagoer Quintett, das den Weg für das bereitete, das später Postrock genannt werden sollte, zwischen 1988 und 1993, doch das ist längst nicht alles, was die fünf Herren fabriziert haben. Da sie schlicht und ergreifend alles aufgenommen haben, existieren rund 400 Stunden Bandmaterial. 51 unveröffentlichte Songs - Heimaufnahmen, Studiowerke, Konzertmitschnitte und Radioübertragungen - suchte man nun für dieses 3-CD-Boxset (dem in der Erstauflage sogar noch ein vierter Tonträger beiliegt) zusammen, und die sind trotz ihres streckenweise sehr experimentellen Charakters äußerst spannend. Genauer gesagt, die 16 Auszüge der Box, die der Journaille vor der Veröffentlichung zugänglich gemacht wurden und eine ungemein große Bandbreite abdecken. Vom geradezu ungewohnt konventionell strukturierten Popsong "Honeyside", der fast auch von den Talking Heads oder They Might Be Giants stammen könnte, über den psychedelischen Akustik-Blues "Can You Spare Some Change" und den geradezu ärgerlichen Lounge-Jazz-Verschnitt "Wonderful Wonderful" bis hin zum lässigen Country-Rock "Sanchez River". Das gleichzeitig schrägste und doch interessanteste Stück ist allerdings wohl das rund zwölfminütige "Ollie's Song", auf dem Shrimp Boat die Aussagen von Lt. Oliver North zum Iran-Contra-Skandal vertonen und dabei Jazz, Funk, Seemannsmusik und Rock streifen. Dass bei einigen Songs der Weg das Ziel zu sein scheint, liegt in der Natur der Sache. Schließlich entstanden viele, wenn nicht alle Songs dieser Box aus Improvisationen. Für Fans des elegant-perfektionistischen Pop von The Sea And Cake sicherlich nur bedingt geeignet, doch wer ein wenig tiefer in die Anfänge der Chicagoer Postrock-Szene eintauchen will, ist hier goldrichtig!


-Carsten Wohlfeld-




Hinweis:
Rezension unter Vorbehalt! Der Gaesteliste.de-Redaktion liegt nur eine vom Label veränderte bzw. verkürzte (Album-Sampler, ausgeblendete Songs, Voice-Over, etc.) Version des Tonträgers vor.



 
 
 

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