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Ken Stringfellow - The Sellout Cover Sessions Volume 1

Ken Stringfellow - The Sellout Cover Sessions Volume 1
Sellout! Music/Import
Format: CD

Kopf von The Posies, Bassist bei Big Star, Keyboarder bei R.E.M., Produzent und Studiomusiker für Bands von Paris bis Belgrad, zuletzt auch Frontman der norwegischen Garagenrock-Hoffnung The Disciplines - Ken Stringfellow war in den letzten Jahren mit vielen Dingen beschäftigt. Kein Wunder, dass wir auf ein Lebenszeichen als Solist lange warten mussten. Nun kredenzt uns Stringfellow eine Handvoll Coverversionen, die in ihrer Auswahl eklektischer kaum sein könnten: 70s-Folk (Judee Sills wunderbares "Crayon Angels"), Soul ("Girls It Ain't Easy" geschrieben von den Motown-Songschmieden Holland / Dozier / Holland), Indierock ("It'll Be A Breeze" von den großartigen Long Winters), Country ("Louisiana Woman, Mississippi Man" stammt von Conway Twitty & Loretta Lynn) und Psychedelic (Bill Fays "Til The Christ Come Back" diente hörbar auch Bands wie Radiohead oder Wilco als Inspiration). Veröffentlicht auf dem kleinen norwegischen Label Sellout! Music, hat das Werk klangtechnisch recht wenig mit Stringfellow beiden detailliert ausgefeilten Alben "Touched" (2001) und "Soft Commands" (2004) zu tun. Eher deutet es in Richtung seines Solo-Erstlings "This Sounds Like Goodbye" aus dem Jahre 1997, denn auch hier hat Stringfellow fast alles im Alleingang und in den eigenen vier Wänden eingespielt. Zudem ist es auffällig, dass Keyboards auf der Platte völlig fehlen. Manchmal hat man zwar das Gefühl, weniger wäre womöglich mehr gewesen (das live mit einem Raummikro und einer Stromgitarre aufgenommene "It'll Be A Breeze" ist ohne Frage das Highlight der EP), doch auch die sanft elektronisch verschwurbelten Songs haben ihren Reiz, nicht zuletzt deshalb, weil sie der Platte einen klanglichen Zusammenhalt verleihen, den die Songs auf dem Papier so nicht unbedingt hätten erwarten lassen. So entpuppt sich "Louisiana Woman, Mississippi Man" als das heimliche Glanzstück. Mithilfe des Keyboards seiner kleinen Tochter spielte Stringfellow das Banjo ein, und für den Duett-Part der "Louisiana Woman" schnappte er sich kurzerhand seine Frau Dominique - als Französin natürlich dafür geradezu prädestiniert. Den Spaß bei den Aufnahmen zu dieser "family affair" kann man auf dem fertigen Song noch hören - und mehr haben wir von dieser kleinen Fingerübung auf dem Weg zum hoffentlich binnen Jahresfrist erscheinenden nächsten Stringfellow-Album mit eigenen Songs schließlich auch gar nicht erwartet!


-Carsten Wohlfeld-




 
 
 

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