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Emily Loizeau - Pays Sauvage

Emily Loizeau - Pays Sauvage
Bella Union/Cooperative Music/Universal
Format: CD

Emily Loizeau nennt ihr zweites Werk nur halb scherzhaft ihre "Hippie Scheibe". Mit Unterstützung von Herman Düne und Moriarty - beides Acts, die sie als Fan kennen und schätzen lernte und ergo einlud, ihr bei den Aufnahmen zum neuen Werk in Paris zur Seite zu stehen - schuf sie so etwas wie eine abgehobene, moderne Folk-Pop-Scheibe. Freilich bleibt es dabei nicht. Souverän zweisprachig (Emily hat englische Wurzeln) und in ständig wechselnden Settings arbeitet sie sich durch ein Oeuvre, das sich freistilig überall bedient. So gibt es Cajun- und Acadia-Einflüsse ebenso wie bretonische Seemanns-Seligkeit, US-Indie-Sounds und Westcoast-Feeling, New Orleans Storyville-Swing, Blues, Gospel und zuletzt (vermutlich via Herman Düne) gar afrikanisch mutende Anwandlungen. Das alles macht Emily dank ihres expressiven Gesangsstils zu ihrem Eigenen - lässt aber auch den musikalischen Kollegen genügend Raum und verbindet alles mit Field-Recordings, die sich nahtlos in das Klangbild einfügen. Das alles hat zuweilen eine naiv-unschuldige Note - artet gar in kaum verkappte Kinderlieder aus - und wird getrieben von einer im Sinne von Tom Waits unstet wankenden Rhythmusarbeit. Das "Wilde Land", das Emily hier besingt, ist weniger wild im klassischen Sinne als rau und unberührt - natürlich eben. Schönklang und Konformität sind nicht Emilys Sache. Das Ergebnis ist eine selbstbewusste, ungemein vielseitige und sehr, sehr eigenständige Angelegenheit.


-Ullrich Maurer-




 
 
 

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