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Erland And The Carnival - Erland And The Carnival

Erland And The Carnival - Erland And The Carnival
Full Time Hobby/Pias/Rough Trade
Format: CD

Erland Cooper stammt von Orkney, der entlegenen Inselgruppe im Norden Schottlands, die reich an folkloristischer Tradition und arm an neumodischen Versuchungen ist. Passend dazu hat er - gemeinsam mit seinen maskierten Mitstreitern, dem The Verve-Gitarristen Simon Tong und dem Paul McCartney-Sideman David Nock am Schlagzeug - ein Debütalbum produziert, auf dem die Zeit stillzustehen scheint. Seine Schwäche für schwebende 60s-Pychedelia ist genauso unverkennbar wie seine unverhohlene Liebe zum althergebrachten schottischen Folk. Folglich finden sich eine ganze Reihe traurig gefärbter Traditionals auf diesem Album, wobei es Erland And The Carnival keinesfalls darum geht, diese möglichst authentisch zur interpretieren. Eher klingen die Briten oft wie eine intelligente zeitgenössische Indiepop-Combo, die in ihrer Jugend zu oft "Odessey And Oracle" von The Zombies gehört hat und den Doors-Organisten Ray Manzarek für den Allergrößten hält. Dass die Band ihren Namen einem - hier auch meisterhaft gecoverten - Song des verschrobenen Folk-Kult-Barden Jackson C. Frank ("My Name Is Carnival") verdankt, passt da nur zu gut ins Bild. Denn leicht spleenig ist fast alles an dieser wahrlich fantastischen Platte. So wagen sich Cooper und die Seinen auch an eine eigene Vertonung eines Leonard Cohen-Textes heran oder nehmen kurzerhand ein Gedicht von William Blake als Inspiration. Einmal benutzen sie sogar eine Rede von Charles van Doren als Vorlage - und klingen dabei, als würden Phillip Boa And The Voodooclub Lee & Nancy covern. Doch Erland And The Carnival sind nicht nur gut, wenn sie sich die Ideen bei anderen stibitzen. Mehr als die Hälfte stammt aus der Feder der drei Karnevalisten. Mit viel Melancholie, Hingabe und einem zweifelsfrei gebrochenen Herzen singen sie beim vielleicht besten Song vom "Trouble In Mind", und mit "The Derby Ram" gelingt der eingangs bereits angedeutete Dreiklang aus schottischem Folk, wabernder Psychedelik und treibendem Indiepop einfach perfekt. Hier wegzuhören hieße, eine der besten Platten des Jahres 2010 zu verpassen!


-Carsten Wohlfeld-




 
 
 

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