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Van Dyke Parks - Reissues

Van Dyke Parks - Reissues
Bella Union/Cooperative Music/Universal
Format: CD

Es ist fast schwierig, amerikanische Musiker zu finden, mit denen Van Dyke Parks nicht irgendwann zusammen gearbeitet hat. Seit den 60er Jahren gilt der Mann als graue Eminenz in Sachen Americana und allem, was man irgendwie dazurechnen könnte. Wie das Ganze musikalisch angefangen hat (nachdem Parks bereits eine solide Karriere als Kinderschauspieler hinter sich hatte), kann mittels der nun vorliegenden Reissues seiner ersten drei Alben nachvollzogen werden. Und da bestätigt sich: Parks war immer schon ein musikalisch Besessener, gegen den sich die Eskapaden seines Kumpels Brian Wilson im Vergleich geradezu harmlos ausnahmen (Parks schrieb die Lyrics des Smile-Albums und arbeitet bis heute immer wieder mit Wilson zusammen).

"Song Cycle" ist der aus dem Ruder gelaufene Versuch, spinnerte orchestrale Grandezza, traditionelle amerikanische Musikformen und psychedelische Popmusik unter einen Hut zu bekommen. Auf "Discover America" geht es keineswegs um die Fortsetzung dieses Experimentes, wie der Titel vermuten ließ, sondern das Ausleben karibischer Musiktraditionen am Beispiel der Insel Trinidad. Hier entdeckte Parks auch seine bis heute anhaltende Vorliebe für Steel Drums und andere Klöppelinstrumente. "Clang Of The Yankee Reaper" verbindet im Prinzip die beiden o.a. Ideen und setzt mit der Hinzunahme damals aktueller Stile (wie z.B. Disco-Mucke) und dem Einsatz elektronischer Elemente noch eins drauf. Leichte Unterhaltung ist das nicht - auch wenn bis heute Leute wie Howe Gelb, Antony Hagerty oder die Sparks erkennbar von den Erkenntnissen Parks zehren und er - etwa als Produzent oder Filmkomponist immer auch wieder beweist, dass er sich auch zurückhalten und an Formate halten kann, wenn die Umstände das erfordern. Dass er es freiwillig nie tat, zeichnet den Mann freilich als großen Visionär und Innovater aus. Schade übrigens, dass man die Möglichkeit nicht nutzte, diese drei Tonträger klangtechnisch aufzuhübschen, denn der musikhistorische Zahn der Zeit hat doch ganz schön daran genagt.



-Ullrich Maurer-




 
 
 

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