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Get Well Soon - The Scarlet Beast O' Seven Heads

Get Well Soon - The Scarlet Beast O' Seven Heads
City Slang/Universal
Format: CD

Hm. Kann es sein, dass Konstantin Gropper angesichts seiner neuesten musikalischen Großtat ein wenig den Überblick verloren hat? Der Meister häufte auf dieser dritten offiziellen Scheibe unter dem Get Well Soon-Moniker nämlich dermaßen viele musikalische Ideen an, dass quasi jeder einzelne Song als cinemascopische Oper - oder doch zumindest als Fuge daherkommt. Inklusive Engelschören, Pauken und Trompeten - aber ohne Gitarren. Mit Rockmusik ist da nichts mehr und selbst die wenigen Up-Tempo-Momente haben Mühe, sich durch die allgemeine Opulenz zu kämpfen. Denn offensichtlich wurde Gropper von seinen Arbeiten im Film-Metier dermaßen überwältigt, dass sich die neuen Lieder in Form von Soundtracks aus den Boxen drücken. Tatsächlich schaut man unweigerlich umher, ob nicht irgendwo eine Leinwand zu sehen ist, wenn diese visuell äußerst stimulierenden Klangbilder durch die Gegend schwirren.

Dabei ist Gropper nahezu jedes Mittel recht. Stellte er auf seiner letzten Scheibe "Klöppelinstrumente" wie Vibraphone und Marimbas in den Vordergrund, so sind es dieses Mal Zither-Instrumente aller Art, analoge Synthesizer und Holzbläser - aber (um es noch mal zu betonen) keine Gitarren. Jedenfalls keine, die eine erkennbare Rolle spielten. Dazu dichtet er philosophisch-metaphorische Weltuntergangs-Szenarien - und das, obwohl er doch angetreten war, eine lockere Scheibe ohne Weltuntergangszenarien zu komponieren. Das ist so eine ganz spezielle Art von Humor, die der Konstantin da pflegt. Das ist nicht unbedingt schlecht, verlangt aber Geduld. Einen Abzug in der B-Note gibt es auf jeden Fall für die Produktion des Gesangs. Wenn es klappt, dann singt Gropper wie ein waidwunder Rufus Wainwright - aber zuweilen säuft die Stimme im allgemeinen Gewusel geradezu ab. Das klingt dann, als habe Konstantin einen Schwächeanfall erlitten. Ansonsten ist dieses Album eher etwas für Leute, die Dramatik und Schwermut vertragen können. Wie wir Deutschen etwa. Damit liegt Konstantin dann schon mal ganz richtig und sozusagen im Trend. Pop ist das aber nicht mehr wirklich. Dafür aber auch keine Scheibe, an der man gleichgültig vorbei gehen könnte.



-Ullrich Maurer-


Video: "Roland, I Feel You"


 
 
 

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