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Kat Frankie - Please Don't Give Me What I Want

Kat Frankie - Please Don't Give Me What I Want
Zellephan/Broken Silence
Format: CD

Im Falle von Kat Frankie vergisst man am besten alles, was man über sie zu wissen geglaubt hatte. Und zwar von Veröffentlichung zu Veröffentlichung und von Konzert zu Konzert. Denn die musikalische und konzeptionelle Entwicklung der Australierin, die 2004 nach Berlin übersiedelte, ist schon bemerkenswert: So begann sie als Gitarrenvirtuosin, arbeitete an Soundtracks und zunächst instrumental. Auf ihrer zweiten Scheibe, "The Dance Of A Strangers Heart", entdeckte sie erstmals den Gesang als Möglichkeit, jenseits bloßer Klangmalereien den Song zu bestimmen. Und nun, auf ihrem dritten Album, steht dieser ganz klar im Zentrum. Aber nicht nur das: Kat lernte in der Zwischenzeit Klavier spielen und komponierte und arrangierte die neuen Songs auf diesem Instrument - nach eigener Aussage, um ihrem Idol, George Gerswhin, näher kommen zu können (was sich aber selbst mit dieser Erklärung nur erahnen lässt).

Die Gitarre spielt kaum noch eine Rolle und selbst die anderen Konstanten der Frankie'schen Klangwelt wie die Rhythmusgruppe oder der geblasene Synthesizer spielen - ebenso wie das neu hinzugekommene Harmonium namens "Bina" - nur Nebenrollen. Der Kern sind wie gesagt die variantenreich eingesetzten Vocals, die Kat in Personalunion als Produzentin je nach Bedarf verformte, veränderte, verfremdete oder aber staffelte. Dazu bediente sie sich, was die besungenen Charaktere betrifft, bei der Literatur: Bei Arthur Conan Doyle, Charlotte Bronté oder Shakespeare etwa, aber immer aus einer ungewöhnlichen Perspektive. Und sie schrieb erstmals einen Song auf Deutsch - "Der Ertrag", basierend auf der Geschichte vom "Hund von Baskerville". Die Musik selbst pendelt dabei zwischen Klassik, Piano-Pop, Ambient und gedachtem Jazz - alles ziemlich entschleunigt und mit einer Prise Düsternis und Gefahr angereichert. Gerade weil Kat Frankie hier alle Erwartungshaltungen sprengt, verdienen diese Scheibe und die anstehende Tour die volle Aufmerksamkeit jedes Liebhabers originären Ideengutes.



-Ullrich Maurer-




 
 
 

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