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Street Corner Symphonies - The Complete Story Of Doo Wop

Street Corner Symphonies - The Complete Story Of Doo Wop
Bear Family
Format: CD

Das, was Harry Smith und Alan Lomax in den USA im ersten Viertel des letzten Jahrhunderts taten, macht das Bear Family Label quasi heutzutage. Als gewaltigstes Projekt im momentanen Programm darf mit Sicherheit die vollständige Dokumentation des Doo Wop gelten, die mit den Volumes 6-10 nun in die zweite Runde geht. Kurz gesagt, könnte man sagen, dass der Doo Wop die Schnittstelle zwischen dem Schlager der späten 40er zum Rock'n'Roll der frühen 50er war, wobei die Stilrichtung bis zum Ende der 50er als eigene Gattung erhalten blieb. Außerdem war der Doo Wop quasi der Urvater des Rap, denn hier wie da kam die Musik aus den schwarzen Vierteln der US-Metropolen als urbanere Variation der eher ländlich geprägten Blues-Musik.

Im Prinzip war Doo Wop Tanzmusik für Kids, bei der der Witz darin bestand, dass die Musik um die Vokalsätze der jeweiligen Gesangsgruppen herumgebastelt wurde. Mehr noch: Die Vocals emulierten gar ansonsten fehlende Instrumente. Was aber als A-Cappella mit Backbeat begann, entwickelte sich im Laufe der Jahre dann doch durch Hinzunahme anderer Elemente - Saxophon, E-Gitarre, Orchester und jede Menge Honky Tonk-Piano - zu einer ganz eigenen, wenngleich stilistisch streng begrenzten Spielart des Rock'n'Roll. Musikalisch war das eine kleine Revolution - auf dem Unterhaltungssektor zumindest, denn mit sozialkritischen Texten hatten die Hit-Komponisten damaliger Tage nicht so viel am Hut. Wir erinnern uns: Das war noch zu Zeiten der US-Apartheid und ein politisches Engagement hätte damals zu einem sicheren Boykott geführt. Dennoch gab es eigenartige Konstrukte in dieser Nische - die Prisonaires etwa, eine Band von lebenslänglichen Knackis etwa, die ersten Kinderstars (Frankie Lymon gab als 13-jähriger sein Debüt) und auch die ersten Girl-Groups. Einige der Protagonisten - wie z.B. die Platters - erzielten mit ihren Mega-Hits auch Bekanntheit außerhalb der musikalischen Ghettos während vieles heutzutage einfach in Vergessenheit geriet. Dafür sind aber ja nun Projekte wie dieses gedacht: Die musikalische Historie aufrecht zu erhalten (und ggf. gar zurechtzurücken). Jede Folge der Serie kommt prall gefüllt mit ca. 30 chronologisch sortierten Cuts daher - vor allen Dingen aber mit einem dicken Booklet, in dem die Historie jedes einzelnen Songs und dessen Interpreten ausführlich dargestellt werden.



-Ullrich Maurer-




 
 
 

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