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Tonträger-Review
 
Indians - Somewhere Else

Indians - Somewhere Else
4AD/Beggars Group/Indigo
Format: CD

Der Däne Søren Løkke Juul gehört zu jener Gruppe schratiger Songwriter, die sich zum Schreiben in eher entlegene Gegenden zurückziehen und dort eigenbrötlerisch ihr introspektives Material zusammenschrauben. Nur dass er das nicht mit der akustischen Klampfe tut, sondern mit den Mitteln des Soundfricklers. Zusammen mit einigen Gleichgesinnten entstand nun dieses Debüt-Album, auf dem Juul seine mit der typischen skandinavischen Melancholie durchzogenen Songs mit Elektronik und vor allen Dingen mittels durch vielfache Effekte verfremdete Instrumente verbrämt. Dabei macht er auch vor den hallgetränkten Vocals nicht halt, die so oft unnötig verzerrt in der Gegend stehen. Da hilft es auch nicht, dass er - ähnlich seines US-Kollegen Justin Vernon - öfters eine Sopranstimme favorisiert.

Als Songwriter überzeugt Juul dann auch mehr denn als Arrangeur. Oft gelingen ihm geradezu hymnische Momente, die aufgrund des eher schnürsenkelig aufgebauten musikalischen Backdrops allerdings zuweilen regelrecht verzettelt daher kommen. Kaum auszudenken, was ein gewiefter Produzent aus dem Material und dem Ideenpotential hätte herauskitzeln können. So aber besitzt das Ganze einen auf gewisse Weise unfertig wirkenden Skizzen-Charakter. Was am Ende bleibt, ist die Erkenntnis, dass Juul ein eleganter Songwriter ist, der dem Genre des Shoegazer-Dreampop um ein Haar neues Leben hätte einhauchen können - und mit dem Titeltrack ein hymnischer Hit, der dem Hörer so schnell nicht mehr aus dem Gedächtnis weichen wird (vorausgesetzt, er hält bis zum sich grandios auftürmenden Finale durch).



-Ullrich Maurer-




 
 
 

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