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Trixie Whitley - Fourth Corner

Trixie Whitley - Fourth Corner
Strong Blood/Rough Trade
Format: CD

Nachdem Trixie Whitley von ihrem verstorbenen Vater Chris Whitley bereits im Kindesalter mit auf die Bühne genommen hat (wir erinnern uns mit Begeisterung an "The Alien"), blieb ihr im Folgenden natürlich gar nichts anderes übrig, als eine Karriere als Musikerin einzuschlagen. Das jetzt vorliegende Debütalbum kommt allerdings mit Warnschüssen daher: Zunächst veröffentlichte Trixie eigene Stücke auf selbst verlegten EPs, bevor sie dann von Daniel Lanois für dessen Black Dub Projekt als Sängerin engagiert wurde. Kein Wunder, dass dieses Album nun klingt wie eines einer ausformulierten Veteranin - und nicht wie das einer Debütantin.

Das liegt vor allen Dingen auch daran, dass Trixie sehr genau weiß, was sie kann (so ziemlich alles) und was sie will (einen eigenen Stil kreieren). Sie hätte es sich nämlich einfach machen können, denn ihre Stimme und ihre Stimmlage drängten sich förmlich für Soul- und R'n'B-Produktionen auf. Doch nichts da: Trixie bohrt ihre Songs regelrecht auf - sowohl stilistisch, wie auch arrangementstechnisch - und gibt nichts um Klischees und Schemata. Viele würden z.B. ihre ungezügelte Art mit ihren Vocals durch ihr Material zu pflügen als "nicht richtig" bezeichnen. Doch was kann schon richtig oder falsch sein in einer Gemengelage, in der potentiell alles möglich ist - vom Gospel über schmutzigen Indie-Rock bis zu klassischen Torch-Songs zwischen Jazz, Blues und Pop? Sicher: Soul gibt es auch - aber nicht jene Art von totgerittenem Perfektionismus, den man aus US-Produktionen kennt, sondern jenen, der von tief drinnen kommt und auch ohne Manierismen seine Kraft entfalten kann. Auch als Instrumentalistin überrascht Trixie - nicht weil sie es schafft, zuweilen in der freistiligen, unkonventionellen Art ihres Vaters zu agieren, sondern weil sie immer genau das richtige macht. Und wenn ein Track dann als Pianoballade mit Streichern am besten funktioniert und ein anderer mit einer übersteuerten Feedback-Gitarre, dann ist das eben so. Mit "Fourth Corner" gelingt Trixie Whitley eine Debütscheibe, wie es sie definitiv viel zu selten gibt.



-Ullrich Maurer-




 
 
 

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