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Lady Lamb The Beekeeper - Ripely Pine

Lady Lamb The Beekeeper - Ripely Pine
BB*Island/Cargo
Format: CD

Hinter dem eigenartigen Pseudonym "Lady Lamb The Beekeeper" verbirgt sich die Songwriterin Aly Spaltro (was ja auch kein schlechter Name ist) aus Portland, Maine, die zusammen mit ihrem Produzenten Nadim Issa von Brooklyn aus angetreten ist, die Musikwelt auf den Kopf zu stellen. Das muss man schon wörtlich nehmen, denn während sich Alys Songs nominell irgendwo im weiten Feld der Americana-Vibes tummeln, ist doch alles andere einzigartig.

Da ist zunächst mal diese bluesige Sirenenstimme, an der man Aly aus hunderten anderer Acts heraushören könnte und dann sind da vor allen Dingen diese gegen alle Konventionen gebürsteten Songs. Da gibt es keine Strophen und Refrains, keine linearen Rhythmen, keine nachvollziehbaren Akkordfolgen und kein klassisches Storytelling. Die Tracks, die Aly hier versammelt, sprengen alle Genregrenzen und Erwartungshaltungen, die man überhaupt an populäre Musikkultur haben könnte. Die eigenartige Struktur ihrer (beinahe durchweg) epischen, vertrackten Kleinkunstwerke hat sich Aly im Do-It-Yourself-Stil nach der Nachtschicht in einem DVD-Verleih erarbeitet. Das Verrückte dabei: So rätselhaft und unvorhersehbar die Wendungen, Haken und Ösen (ganz zu schweigen von Rhythmus- und Tonartenwechseln) ihre labyrinthartigen Elaborate auch sein mögen: Zugänglich bleibt das Ganze dann schon - und zwar einfach deswegen, weil Aly hier zwar ihrer Intuition folgt, aber auf technische Ebene vollkommen naiv vorgeht: Da will nichts clever oder vertrackt sein - sondern lediglich dem vorgegebenen Flow folgen. Und der ergibt sich offensichtlich vollkommen zwanglos und organisch. Zwar kann man sich nicht vorstellen, wie Aly das Material mit anderen Musikern teilen könnte, aber als Zuhörer fühlt man sich keineswegs verloren. Wer also gedacht hat, Musik ohne klassische Strukturen müsse zwangsläufig abstrakt und unhörbar sein, wird hier auf mirakulöse Art eines besseren gelehrt.



-Ullrich Maurer-




 
 
 

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