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Phosphorescent - Muchacho

Phosphorescent - Muchacho
Dead Oceans/Cargo
Format: CD

Mit seinem letzten Album, dem trefflich betitelten "Here's To Taking It Easy", gelang Matthew Houck alias Phosphorescent endgültig der Durchbruch in die erste Liga der Americana-Songwriter unserer Tage. Es gab wahrlich so gut wie keinen Freund des Genres, der von Hocks Magnum Opus nicht berührt und überrascht wurde. Nach der Tour zum letzten Werk war er dann so ausgelaugt, dass er beschloss, sein Konzept zu überdenken und begann, im Studio mit analogen Techniken herumzuexperimentieren.

Das Material zum neuen Werk schrieb er dann in Mexico fertig, wohin er sich kurzfristig zurückgezogen hatte, weil er im heimatlichen New York mitten in der Arbeit eine neue Wohnung/Studio suchen musste. Schließlich fand er beides (also Inspiration und Wohnung/Studio) - und überrascht nun wieder. Denn "Muchacho" einfach wieder als Americana-Scheibe betrachten zu wollen, ginge aufgrund des neuen Ansatzes doch etwas am Thema vorbei. Houck baute das Album - durchaus mit der Unterstützung von bis zu 20 Musikanten, aber künstlerisch vollkommen aus der eigenen Hand - in Form einer Art moderner "Oper" auf: In Suiten-Form, mit einer Klammer aus zwei Choral-Nummern, die er als "Incantation" (Beschwörung) bezeichnet und mit einer Reihe überlanger, epischer Tracks, die sich gemächlich aber zuweilen gewaltig ins Bewusstsein des Hörers drängen. Das hat dann mit Country- und Folkseligkeit bestenfalls noch am Rande zu tun. Ganz im Gegenteil erinnert das Ganze aufgrund seiner oft hymnischen Note an das, was andere große kreative Einzelgänger öfters so fabrizieren - so fühlt man sich zuweilen an das erinnert, was Jason Pierce mit Spiritualized macht - jedenfalls was die Art betrifft, in der die Tracks aufgebaut sind. Auf der anderen Seite hat das Ganze auch was von dieser Hippie-Wuseligkeit, die vielköpfige Acts wie z.B. Edward Sharpe & Magnetic Zeros zuweilen ausstrahlen. Das sind aber nur unscharfe Landmarken: Mit "Muchacho" ist Houck ein bemerkenswert eigenständiges Biest von geradezu zeitloser Grandezza gelungen.



-Ullrich Maurer-




 
 
 

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