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The Thermals - Desperate Ground

The Thermals - Desperate Ground
Saddle Creek/Cargo
Format: CD

Schon nach wenigen Sekunden des Openers "Born To Kill" ist klar: Der Aufkleber auf dem Plattencover hat nicht zu viel versprochen, als er dem Hörer "A loud, fast and joyously violent thrill ride" in Aussicht stellte. Nach dem eher gedämpften 2010er-Album "Personal Life" kehrt das Trio aus Portland, Oregon, nun zum aufrührerischen, melodischen Punk-Sound seiner Frühwerke zurück. Eigentlich gute Neuigkeiten, allerdings ist wenige Songs später auch klar, dass es ein bisschen seltsam ist, wenn sich eine Band, der es seit jeher nicht um musikalischen Fortschritt und klangliche Innovation gegangen ist, auf die eigene Vergangenheit besinnt. So fesselnd viele der Nummern auch sind, hat man doch das Gefühl, dass man genau diese Songs irgendwie von früheren Platten, allen voran vom thematisch ähnlich gestrickten Thermals-Meisterwerk "The Body, The Blood, The Machine" bereits kennt.

Auch dieses Mal gibt Frontmann Hutch Harris nämlich wieder den einsamen Krieger, der verwirrt und vom Leben und der Liebe im Stich gelassen dennoch unbeirrt versucht, seinen Weg nach Hause zu finden. Doch ohne die politischen Feindbilder, die es vor sieben Jahren zu "The Body, The Blood, The Machine"-Zeiten in den USA gab, ist er damit aber nicht mehr so nah am Puls der Zeit wie damals. Wirklich neu ist lediglich die Zusammenarbeit mit Star-Produzent John Agnello, die "Desperate Ground" allerdings mehr geschadet denn geholfen hat. Zwar gehört die Distortion zu den Thermals wie Simon zu Garfunkel, doch leider klingen gerade die Gitarren dieses Mal unnötig matschig und emotionslos. Der Legende nach wurde das erste Thermals-Album im Proberaum mit einem einfachen Kassettenrekorder aufgenommen, auf "Desperate Ground" klingt dagegen vieles so, als hätte die Band dem Mann am Mischpult im Hightech-Studio sagt: "Lass es doch mal so klingen wie in einem moderigen Keller." Blendet man die glorreiche Vergangenheit der Band dagegen aus, ist "Desperate Ground" eine oft mitreißende Platte, auf der den Thermals das gelingt, was Bands wie Green Day inzwischen nur noch selten schaffen: Ultra-eingängige Pop-Punk-Songs zu schreiben, die heiße Eisen anfassen und trotzdem zum ausgelassenen Herumspringen einladen. Wer mehr erwartet, ist vermutlich selbst schuld.



-Simon Mahler-



Surfempfehlung:
www.thethermals.com



The Thermals


 
 
 

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