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Lucinda Williams - The Ghosts Of Highway 20

Lucinda Williams - The Ghosts Of Highway 20
Highway 20/Alive
Format: 2CD

Unglaublich, aber wahr: Ein Jahr nach dem grandiosen Doppelalbum "Down Where The Spirit Meets The Bone" legt die Grande Dame der Americana ein weiteres grandioses Doppelalbum vor. Und zwar eines, das in Sachen Songwriting, Konzept und vor allen Dingen Arrangements locker noch mal eins draufsetzt. Es gibt 14 Songs, die indes mit gutem Grund auf zwei CDs verteilt werden, denn die - zumeist balladesk angelegten - Tracks haben allesamt ausufernde Ausmaße und weisen eine Länge zwischen fünf und sieben Minuten auf - in zwei Fällen, jeweils am Ende der betreffenden CDs - gibt es gar großartige Endlos-Epen von deutlich über zehn Minuten Spiellänge. Damit nicht genug: Das Ganze ist als Konzeptalbum angelegt, bei dem sich die Sache als musikalische Reise über den Interstate 20 präsentiert (neben der Route 66 und der weiter südlich liegenden I 10 einer der wichtigen West-Ost-Passagen der USA und auch unter dem titelgebenden "Highway 20" bekannt).

Während sich also Lucinda sozusagen durch die Südstaaten bewegt, lässt sie songwriterisch keinen Zweifel daran, dass sie ihr Pulver noch längst nicht verschossen hat und präsentiert eine Sammlung erstklassiger Songs, die in dieser Massierung - und besonders nach dem letzten Album - wohl nicht mal die treuesten Fans erwartet hätten. Das Springsteen-Cover "Factory" und ein weiterer vertonter Guthrie-Nachlass namens "House Of Earth" runden das Programm ab. Dass die Epik des Ganzen gerechtfertigt ist, liegt daran, dass Lucinda ihren Musikern und Gästen (Bill Frisell und Val McCallum) ungewöhnlich viele Möglichkeiten einräumt, sich musikalisch detailreich einzubringen - deswegen der Hinweis auf die exzellenten Arrangements. Als Sängerin agiert Lucinda mittlerweile - mit brüchig-rauchiger, altersweiser und bemerkenswert verletzlich wirkender Stimme - in einer ganz eigenen Liga und überrascht stellenweise - etwa auf dem großartigen "If My Love Could Kill" - mit echter Gänsehaut erzeugenden, emotionalen Ausbrüchen. Interessant noch der Umstand, dass Country bei Lucinda zwischenzeitlich fast gar nicht mehr stattfindet (und das obwohl Co-Produzent Greg Leisz nicht mit seinen Pedal-Steel-Beiträgen spart) und auch der von ihr zuletzt insbesondere live bevorzugte Blues nur als Geist durch die Landschaft wabert: Irgendwie scheint die Gute auch musikalisch eine eigene Liga gefunden zu haben.



-Ullrich Maurer-




 
 
 

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