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Danzig - Skeletons

Danzig - Skeletons
AFM/Soulfood
Format: CD

Es war 2010, als Danzig sein letztes Studio-Album veröffentlichte, 2016 soll der Nachfolger kommen. "Die neue Platte ist zu drei Vierteln fertig" sagte er den Kollegen von Noisey. Bis es soweit ist, haut der gute Mann noch eine Cover-Platte raus. Und die ist ziemlich toll. Und gleichzeitig ganz schön schlimm.

Schlimm sind Sound und Produktion. Zwar sind billig und Garage ja schön und gut und irgendwie Punkrock, aber hier scheppert es doch recht sehr gewaltig, Gitarre - gespielt von Prongs Tommy Victor - und Schlagzeug werden ganz schön übel zugerichtet und immer mal wieder überlegt man, ob man da jetzt doch nur die Demo-Version hört. Und nein, man gewöhnt sich nicht wirklich dran. Aber hin und wieder vergisst man es, zwingt sich, es zu vergessen. In diesen Momenten dann wird "Skeletons" super, weil Glenn Danzig hier super singt. Der Mann ist 60 Jahre alt, aber der Mann haut hier Sachen raus, das ist beeindruckend, das ist großartig. War der schon immer so gut? Muss man eigentlich mal nachhören.

Jetzt aber "Skeletons", zehn Songs sind drauf, nach 35 Minuten ist der Spaß zu Ende. Los geht's mit dem punkigen "Devil's Angels", das ebenso wie das anschließende, allerdings deutlich lahmere "Satan" aus 1960er-Filmen ("Devil's Angels" bzw. „"Satan's Sadists") stammt. Und dann legt Danzig erst richtig los, dann zeigt, was er kann. "Let Yourself Go" von Elvis Presley. Unfasslich cool, stimmlich der Wahnsinn. Danach geht’s mit "N.I.B." von Black Sabbath weiter, später folgen Songs von Aerosmith ("Lord Of The Thighs") oder ZZ Top ("Rough Boy") - und sie alle haben Kraft, klingen bei aller Verneigung vor den Originalen nach Danzig und Moment, haben wir den schlechten Sound doch vergessen? Nein, nur kurz verdrängt...

Elvis, Ozzy, Aerosmith, das ist nicht überraschend. Doch Glenn Danzig kann mehr. Er kramt The Troggs raus, The Young Rascals und zum Abschluss auch noch The Everly Brothers und singt deren "Crying In The Rain". Was beim ersten Durchlauf mächtig in die Hose geht, ab der zweiten Runde aber nur noch geil ist. Die Stimme passt auf den Song, Glenn passt, alles passt. Na ja, fast...



-Mathias Frank-




 
 
 

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