Gaesteliste.de Internet-Musikmagazin



SUCHE:

 
 
Gaesteliste.de Facebook RSS-Feeds
 
Tonträger-Archiv

Stichwort:
Platten der Woche anzeigen






 
Tonträger-Review
 
Compilation - Für Hilde

Compilation - Für Hilde
Four Music/Sony Music
Format: CD

"Klingt spannend? Ist spannend." Das schrieben wir schon in unseren News im November, als wir "Für Hilde" ankündigten. Jetzt ist das Album da und es hält zwar nicht über die komplette Länge, was es verspricht, aber einiges ist schon sehr spannend und manches ist spannender.

Wobei das bei einigen teilnehmenden Künstlern auch nicht ganz überraschend ist. Denn ein Samy Deluxe liefert schon lange keinen Mist mehr ab. Auch auf Selig und auf die Fantastischen Vier, auf Bela B. und erst recht auf Dendemann kann man sich verlassen. Und wobei das auch beim Konzept dieser Compilation nicht ganz überraschend ist. Künstler von heute schnappen sich Songs der Knef, machen daraus auf der einen Seite ihr eigenes Ding, auf der anderen aber (häufig, leider nicht immer) gleichzeitig ein Duett mit Hildegard Knef, die 2015 90 Jahre alt geworden wäre. Meistens klappt es. Irgendwie.

Manchmal aber auch nicht. Mark Forster ("Halt mich fest") oder Flo Mega ("Wieviel Menschen waren glücklich, dass du gelebt?") ziehen das Ding nicht komplett durch, sondern klingen genau so, wie man es erwartet. Sauber, glatt, weichgespült. Und dabei eigentlich nur nach sich und ohne die Knef. Schade. Ähnliches hätte man von Clueso erwarten können. Aber seine Version von "Ich bin zu müde, um schlafen zu gehen" gehört zu den Highlights des Albums, weil Clueso hier gekonnt Chanson mit sich selbst kombiniert und damit genau das macht, was "Für Hilde" in der Theorie so besonders macht. Zwei Generationen, zwei Stile, ein Song - eine im Grunde unmögliche Kombination. Noch besser machen das Selig, ihr "Ich hab' noch einen Koffer in Berlin" ist Zeitreise und Party in einem und Dendemann, der hier unglaublich clever Knef und Rap kombiniert und mit "Insel meiner Angst" eine Wahnsinns-Nummer abliefert. Auch die Fantas mit "Im 80. Stockwerk" und Bela B. mit "Wohin ich blicke" erschaffen würdige, besondere, beeindruckende Versionen, "Intrigen, Intrigen" von Jupiter Jones hätte zwar noch mehr Rock N Roll vertragen und so noch ein bisschen konsequenter klingen können, geht aber trotzdem als spannend durch.

Doch sie alle kommen gegen zwei Künstler nicht an: Samy Deluxe. Der Großmeister. Er rappt hier auf trocken-dezenten Beats zu "Von nun an ging's bergab" und verdammt, alles passt, alles harmoniert. Die Texte, die Stimmen, die Stimmung. So geht "Für Hilde", so hätte "Für Hilde" von vorne bis hinten klingen sollen.



-Mathias Frank-




 
 
 

Copyright © 1999 - 2017 Gaesteliste.de

 powered by
Expeedo Ecommerce Dienstleister

Expeedo Ecommerce Dienstleister